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| 17:56 Uhr

Zwischen Cannes und Lübben

Von Cannes über Karlovy Vary bis nach Sarajevo – das FilmFestival Cottbus präsentiert sich derzeit auf dem internationalen Festivalparkett. Mit zwei Filmpräsentationen sind die Cottbuser aktuell zu Gast beim polnischen Partnerfestival Nowe Horyzonty (21.-31. Juli) in Wroc{lstrok}aw. Von Peter Blochwitz

Sei es zur Recherche in Cannes für die 21. Ausgabe des FilmFestivals Cottbus, die vom 1. bis zum 6. November dieses Jahres stattfindet, oder beim traditionellen East European Brunch Anfang Juli in Karlsbad: Man trifft und man bespricht sich. Nationale und internationale Branchenbesucher nutzen die Möglichkeit, sich über das Festival des osteuropäischen Films zu informieren. Das Cottbuser Festival bietet weltweit die größte Plattform für den osteuropäischen Film. An sechs Tagen werden auch in diesem Jahr weit über 100 Filme aus mehr als 30 Nationen zu sehen sein, teilt das Festival mit.

Cottbuser Vorjahrssieger

Bei der 11. Ausgabe von Nowe Horyzonty in Wroclaw, Polens bedeutendstem Filmfestival, präsentiert sich Cottbus mit seinem Vorjahressieger "White, white world" von Oleg Novkovic (Serbien) und "Opium", einem Wettbewerbsbeitrag des Ungarn Janosz Szasz aus dem Jahr 2007.

Das polnische Partnerfestival wiederum wird auch in diesem Jahr die Filmauswahl für die Cottbuser Programmsektion "Polskie Horyzonty" unterstützen. Unmittelbar nach Wroclaw wird das FilmFestival Cottbus auch beim 17. Sarajevo Film Festival vertreten sein. Gemeinsam mit Connecting Cottbus, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, der Mitteldeutschen Medienförderung und der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein veranstaltet das FilmFestival Cottbus dort einen Branchenempfang.

Aber auch in der näheren Umgebung zeigt sich das Festival. "Film ab!" heißt es erstmals unter freiem Himmel auf dem Ehrenhof des Landratsamtes Lübben am Freitag und Sonnabend dieser Woche. Gemeinsam mit dem Europaverein des Landkreises Dahme-Spreewald e.V. im Rahmen der Aktionstage "Lübben trifft Polen - Polnische Kulturwochen im Spreewald" zeigt das Festival erfolgreiche Produktionen aus seinem Programm.

Zum Auftakt ist am Freitag die Sommerkomödie "Kleine Tricks" von Andrzej Jakimowski (Polen 2007) zu sehen. Mit leichter Hand wird die Geschichte des siebenjährigen Stefek erzählt, der bei der Suche nach einem Vater auf ungewöhnliche Mittel zurückgreift. Am Samstag folgen zwei Filme, die einen etwas anderen Blick auf den Mauerfall werfen. So begleitet der Animationsfilm "Esterházy" (Deutschland/Polen) von Izabela Plucinska einen kleinen Hasen auf der Suche nach der großen Liebe im Berlin des Jahres 1989. Die Regisseurin und Berlinale-Preisträgerin wird zu Gast sein und RBB-Moderator Christian Matthée für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen. Danach zeichnet der Dokumentarfilm "Mauerhase" (Deutschland/Polen 2009) der polnischen Regisseure Bartosz Konopka und Piotr Roso{lstrok}owski, das Leben der Hasen im Todesstreifen nach - vom Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 bis zu deren Fall. Dieser vielfach preisgekrönte Film war im Vorjahr für den Oscar in der Kategorie "Documentary Short" nominiert.

Als Vorprogramm ist an beiden Abenden das Jugendmusical "Spreefiction" zu sehen, das während eines Workshops mit polnischen und deutschen Jugendlichen geschrieben und inszeniert wurde. Für einen visuellen Höhepunkt sorgt der Warschauer Lichtkünstler Sylwester Luczak mit der Installation "Gesichter deutsch-polnischer Beziehungen von 1991 bis 2011". Luczaks international gefeierte Installationen waren auch 2010 beim Festival des osteuropäischen Films zu bestaunen gewesen.

Polen und Ukraine

Bei der 21. Auflage vom 1. bis 6. November wird im Fokus "Osteuropa der Regionen" die regionale Vielfalt unserer östlichen Nachbarn im Vordergrund stehen - mit einem besonderen Schwerpunkt auf Polen und die Ukraine. Beide sind Gastgeberländer der Fußball-Europameisterschaft 2012 - da sage einer noch, Cineasten würden sich eher nicht für Fußball begeistern. Aufgrund des enormen Erfolges entsteht zudem aus dem Vorjahres-Fokus "globalEAST" eine eigenständige Sektion. Die Retrospektive unter dem Titel "Location Lausitz" stellt Drehorte in Brandenburg vor, die Landschaft und Bewohner im zeitlichen Wandel erlebbar machen.

Einlass für die Lübbener Filmnächte am Freitag und Sonnabend ist ab 20 Uhr (Eintritt frei). Reservierungen für die limitierten, überdachten Sitzplätze sind für fünf Euro unter Telefon 03546/226 117 möglich.