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| 18:47 Uhr

István Szabó und Paweł Pawlikowski
Zwei Oscar-Preisträger in Cottbus

Cottbus . Letzte Runde der Sichtungen für das 28. Filmfestival vom 6. bis 11. November.

  Knapp drei Monate vor der Eröffnung des 28. Filmfestivals Cottbus (FFC) am 6. November stehen der Eröffnungsfilm  (RUNDSCHAU berichtete) und ein Großteil des Programms bereits fest. Wie das Festival weiter mitteilt, gingen mit Ende der offiziellen Einreichfrist am 1. August die Sichtungen und die Auswahl von möglichen Festivalbeiträgen in die letzte Runde. Das siebenköpfige Recherche- und Kuratoren-Team wird bis zur endgültigen Programmauswahl insgesamt rund 700 Filme gesehen haben
„Cold War – Der Breitengrad der Liebe/Zimna Wojna“ ist der Eröffnungsfilm des 28. Festivals. Regisseur Paweł Pawlikowski erzählt eine anspielungsreiche, von der Lebensgeschichte seiner Eltern beeinflusste  emotionale Geschichte während des Kalten Krieges. Für „Cold War“  gewann er unter anderem bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes den Preis für die Beste Regie. Pawlikowski war 2015 der erste polnische Filmschaffende, der mit dem Drama „Ida“ den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film gewann. 
„Qualitativ hochwertige Filme, die die Bandbreite des gegenwärtigen mittel- und osteuropäischen Kinos zeigen, stehen selbstverständlich auch in der diesjährigen Ausgabe des Filmfestivals Cottbus im Zentrum der Aufmerksamkeit“, sagt Programmdirektor Bernd Buder. Die Wettbewerbe Spielfilm, Kurzspielfilm, U18 Jugendfilm und Cottbuser FilmSchau werden flankiert von den Filmreihen Spectrum, Russkiy Den, Polskie Horyzonty, Heimat | Domownja | Domizna, Hits sowie „Kids im Kino“. In das Kernprogramm des Festivals reihen sich zudem Schwerpunkte ein, die hochaktuellen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen. 
So zeigt die Filmreihe „Close Up UA“ das gegenwärtige ukrainische Kino, welches den Prozess der schwierigen Identitätsfindung eines Landes beleuchtet, das sich einerseits in einem Krieg, andererseits auf dem Weg nach Europa befindet.
Mit „Regio Silesia“ widmet sich das Festival mit Schlesien einer Region, die von einem bedeutenden Strukturwandel geprägt ist. „Für die Lausitz“, erläutert Bernd Buder, „ist hierbei sicherlich vor allem der Blick auf Oberschlesien von Interesse, wo eine Abkehr vom Steinkohlebergbau und die Entwicklung hin zum Standort für die Dienstleistungsbranche, Elektroindustrie, Kunst, Kultur und Tourismus erfolgt.“
Unter dem Titel „Freund als Feind“ untersucht eine Reihe mit Filmen aus verschiedenen ehemals sozialistischen Ländern das Rätsel, was Menschen in autoritären Systemen dazu treibt, das Vertrauen anderer zu missbrauchen, zu bespitzeln und an Nahestehenden Verrat zu begehen.
Ebenfalls schaut das 28. Festival auf das Filmland Georgien. „Auffällig bei den aktuellen georgischen Spiel- und Kurzfilmen ist dabei die vergleichbar hohe Präsenz von Regisseurinnen und weiblichen Identifikationsfiguren, die sich relevanten zeitgenössischen Themen annehmen“, merkt Bernd Buder an. 
Eine Auswahl an bedeutenden Filmen bringt dem Publikum außerdem das Werk von István Szabó näher sowie herausragende Filme, die ihn maßgeblich geprägt haben. Der ungarische Regisseur und Ehrenpräsident des Filmfestival Cottbus feierte im Februar 2018 seinen 80. Geburtstag. Szabó erhielt im Jahr 1982 als erster ungarischer Filmemacher den „Auslands­oscar“ für das Drama „Mephisto“
Im Rahmen des 28. Filmfestivals Cottbus findet am 8. und 9. November zum 20. Mal der Ost-West-Koproduktionsmarkt connecting cottbus (coco) statt. Mehr als 120 Spielfilmprojekte aus 29 Ländern wurden eingereicht, von denen bis Mitte September zehn sich noch in Entwicklung und fünf in Postproduktion befindliche Spielfilmprojekte ausgewählt werden. Nicht selten sind bei coco gepichte Filme später beim Festival erfolgreich.