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Zwei neue Bücher von Nooteboom

FOTO: Verlag
In den Niederlanden erscheinen Bücher von Cees Nooteboom mit der Aufschrift "In Deutschland schon 100 000 mal verkauft". Früher stand darunter manchmal noch ein Zitat von Marcel Reich-Ranicki: "Dass die Holländer so einen Schriftsteller haben!" In den Niederlanden hat der Boom so nie stattgefunden. Christoph Driessen

In Deutschland dagegen wurde er mitunter sogar für den Nobelpreis gehandelt. Mittlerweile ist Nooteboom 83, aber noch immer höchst produktiv. Gerade sind wieder zwei Bücher von ihm erschienen: "Tumbas - Gräber von Dichtern und Denkern" beruht auf einer sehr reizvollen Idee: Nooteboom besucht die Gräber bekannter Schriftsteller, und seine Frau, die Fotografin Simone Sassen, hält diese Gräber im Bild fest. In seinen besten Momenten stellt Nooteboom Verknüpfungen her und Überlegungen an, die den Leser noch lange beschäftigen können. Leider hat der Autor eine gewisse Weitschweifigkeit entwickelt.

Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Buch, das sich um Nootebooms Sommerwohnsitz, die spanische Insel Menorca, dreht. Auch dieser Band enthält einige sehr schöne Stellen, die man dauerhaft in Erinnerung behält. Zum Beispiel wenn er sich darüber Gedanken macht, wie ihn wohl die frei lebenden Schildkröten in seinem Garten sehen. Würde er doch nur mehr von sich selbst erzählen und weniger über James Joyce, Canetti und Voltaire. Cees Nooteboom: Tumbas. Mit Fotografien von Simone Sassen, Schirmer Mosel, 328 Seiten, 28 Euro. Cees Nooteboom: 533 Tage. Suhrkamp, 255 Seiten, 22 Euro