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Zwei künftig unter einem Dach

Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk (dkw) in Cottbus.
Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk (dkw) in Cottbus. FOTO: dpa
Potsdam. Am Samstag ist es soweit: Mit der Zusammenführung des Cottbuser Kunstmuseums Dieselkraftwerk und des Museums Junge Kunst in Frankfurt (Oder) zum Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst entsteht im Osten Brandenburgs das bundesweit wichtigste Museum für DDR-Kunst. Benjamin Lassiwe / iwe1

"Das Publikum kann sich auf eine neue Museumsära freuen", sagte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch am Montag in Potsdam. Das neue Landesmuseum wird - sofern der Landtag am Mittwoch einem entsprechenden Gesetzesentwurf zustimmt - Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung, zu der auch das Cottbuser Staatstheater gehört. Es soll künftig insgesamt 500 000 Euro pro Jahr von den Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) erhalten, während das Land seine Zuschüsse für die Museen von derzeit 850 000 Euro auf 1,3 Millionen Euro pro Jahr erhöht. "Damit stärken wir die kulturellen Angebote in den Oberzentren", sagte Münch. Die designierte Gründungsdirektorin des neuen Museums, die bisherige Leiterin des Dieselkraftwerks, Ulrike Kremeier, sprach von einem merkwürdigen Verhältnis der Öffentlichkeit zur DDR-Kunst. "Mit der Fusion wird die kunstwissenschaftliche und museumspädagogische Arbeit gestärkt", betonte Kremeier. "Dies ist dringend notwendig, weil auch mehr als 25 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch ein komisches Bild von der ostdeutschen Kunst existiert," Diese werde immer noch zu sehr mit der westdeutschen Brille unter dem Aspekt der staatlich verordneten sozialistischen Kunst betrachtet.

Ganz praktische Auswirkungen hat die Museumsfusion ab Samstag auch für die Besucher: Neu eingeführt werden diverse preisreduzierte Kombitickets, mit denen Kunstinteressierte beide Ausstellungen an einem Tag, einem Wochenende oder mit derselben Jahreskarte besuchen können - schließlich dauert eine Bahnfahrt zwischen Cottbus und Frankfurt nur rund eineinhalb Stunden. "Mit der Bahn sind wir noch im Gespräch darüber, in die Tickets auch die Bahnfahrt einzuschließen", sagte Kremeier. Zudem verhandele man gerade mit dem DDR-Kunstarchiv in Beeskow, dem Stift Neuzelle und dem Museum in Eisenhüttenstadt über gemeinsame Ticketangebote, um so den Kulturtourismus in der Region weiter zu fördern. Daneben wird es aber auch weiterhin Einzel- und Jahreskarten nur für einen Standort geben.

Das Museum Dieselkraftwerk startet am Samstag mit den Schauen "Blütezeiten" mit dem Fotografen Sven Gatter und "Paukenschlag der Moderne" mit Werken unter anderen von Man Ray, Alexander Rodtschenko und Raoul Hausmann (bis 3. September). Im Frankfurter Packhof läuft vom 23. Juli bis Anfang September die Ausstellung "Das war die Zukunft" mit Bildern des Graffiti-Künstlers Marc Jung.