"Frauen brauchten damals Kraft, um sich über Konventionen hinwegzusetzen, und Elly hat für ihre Ideale gekämpft", sagt Vicky Krieps, die unter anderem in "Rommel" und "Die Vermessung der Welt" zu sehen war. Die Frau, die sie in dem Film mit dem Arbeitstitel "Alleinflug - Elly Beinhorn" spielt, gehörte zu den modernen Frauen, die den Aufbruch des neuen Jahrhunderts mitgestalten wollten. Und sie wollte einfach nur fliegen. Das sei ihre Leidenschaft gewesen. "Sie war ihrer Zeit voraus", schwärmt Vicky Krieps. Sie hat das Leben dieser mutigen Luftfahrtpionierin genau studiert, viel über sie gelesen, Dokumentationen gesehen und mit Ellys Sohn gesprochen.

Mit 20 Jahren macht Elly Beinhorn den Pilotenschein, mit 23 startet sie allein zu ihrem ersten Flug nach Afrika. Der endet mit einer Notlandung und vier Tagen Fußmarsch durch die Sahara. Suchtrupps werden nach Elly geschickt, während diese fiebernd im Lager afrikanischer Eingeborener liegt, die sie halbtot in der Wüste gefunden hatten. Diese Episode aus Elly Beinhorns Leben wird Regisseurin Christine Hartmann noch verfilmen. Deshalb fliegt das Filmteam in einigen Tagen ins südafrikanische Kapstadt.

Neben Abenteuer wird es in dem Film natürlich auch viel Herz und Schmerz geben. "Es ist eine ganz große Liebesgeschichte", sagt Regisseurin Christine Hartmann, die unter anderem mehrere Tatort-Folgen gedreht hat. Bei einem Autorennen, das Elly 1935 mit Freunden besucht, lernt sie den Rennfahrer Bernd Rosemeyer kennen. Den spielt der Berliner Schauspieler Max Riemelt, der zuletzt im Kino-Film "Freier Fall" begeisterte. Elly und Bernd verlieben sich und werden zu einem gefeierten Paar. Sein früher Tod mit 28 Jahren - bei einem Rekordversuch überschlug sich sein Auto - Elly stürzt in eine tiefe Krise. In ihrer Verzweiflung zieht sie sich mit ihrem kleinen Sohn zurück und gibt die Fliegerei für lange Zeit auf.

Neben Vicky Krieps und Max Riemelt spielen unter anderen auch Harald Kassnitzer (spielt Ellys Vater) und Christian Berkel (spielt Ellys Mentor und Flieger-Kollegen Ernst Udet) mit. Alle vier Schauspieler genießen die Drehtage auf dem Flugplatz in Finsterwalde, dessen Hallen noch aus den 1930er-Jahren stammen. "Ein idealer Drehort für uns", sagt die Regisseurin, die bis Ende November die Dreharbeiten zu dem Film beendet haben will.

Im kommenden Frühjahr soll das Drama an einem Sonntag um 20.15 Uhr im ZDF gezeigt werden. Vielleicht hat Vicky Krieps bis dahin ihren Flugschein in der Tasche. Denn nach Ende des Drehs hat sich die junge Schauspielerin vorgenommen, selbst das Fliegen zu erlernen.