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Wozu Mütter fähig sind

Dieser Polizeiruf erzählt nicht in erster Linie von verirrten Seelen und den Irrwegen der Ermittler. Zum Muttertag stellt er vor allem die Mütter in den Fokus.

Ganz und gar nicht auf die süßliche Art. Eindringlich und überzeugend wird erzählt, wozu Mütter fähig sind. Sie tun alles für ihre Kinder.

Da ist es noch das Geringste, dass Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon) ihre kleine Tochter Alma mit ins deutsch-polnische Kommissariat schleppt. Ohne Babysitter hat sie keine andere Wahl, was bei ihrem Kollegen Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) nicht eben auf Verständnis stößt. Ein ganz anderes Kaliber ist die Uckermärkerin Heidi (Ulrike Krumbiegel), die Mutter von Enrico Schoppe (Anton Spieker), der unter Tatverdacht gerät.

Eine männliche Leiche wurde in der Nähe von Szczecin unter bizarren Bäumen gefunden. Zeugen geben an, ein Auto mit deutschem Kennzeichen am Tatort gesehen zu haben. Und bald wird klar: Schoppes attraktive Nachbarin Sabrina hatte mit dem Mann aus dem Wald ein Verhältnis. Von Sabrina allerdings fehlt jede Spur, was ihre Mutter Liane Uhl (Kathleen Gallego Zapata), schier verzweifeln lässt. Enrico macht sich zwar schnell verdächtig, aber er schwindelt schneller als ein Pferd läuft. Was auch seiner Mutter nicht entgeht. Und doch kann sie nicht glauben, was sie ahnt und bald Gewissheit wird: Ihr Sohn ist ein Mörder. Aber sie schweigt. Sie sorgt sogar dafür, dass Sabrinas Leiche verschwindet, die sie im Gehöft entdeckt, schrubbt noch das Blut weg. Wie nachvollziehbar glaubhaft diese Mutter ihre Seelennöte durchlebt, wie emotional erpressbar sie ist, darin liegt die eigentliche Stärke dieses Krimis. Wobei auch die urwüchsige Landschaft an der deutsch-polnischen Grenze durchaus sehenswert ist. Und wie das widerborstige Ermittlerpaar ungewollt in einem Bett landet. Elegancki!