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Wir sind nicht zur ewigen Jugend verdammt

Robert Skuppin ist Programmchef von Radioeins, dem Hörfunksender des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ?Nur für Erwachsene?. Radioeins gewinnt sein Publikum in Berlin und Brandenburg durch eine einzigartige Musik- und Themenvielfalt.
Robert Skuppin ist Programmchef von Radioeins, dem Hörfunksender des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ?Nur für Erwachsene?. Radioeins gewinnt sein Publikum in Berlin und Brandenburg durch eine einzigartige Musik- und Themenvielfalt. FOTO: rbb/Jenny Sieboldt
Cottbus. Radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat im August sein 20. Jubiläum – und feiert den Geburtstag schon jetzt gemeinsam mit den Hörern der Region. Programmchef Robert Skuppin äußert sich im Interview mit der RUNDSCHAU über das neue Profil des Senders und die bevorstehenden Höhepunkte zum Festakt. Peter Blochwitz

Herr Skuppin, 20 Jahre Radioeins - "Nur für Erwachsene": Wie erwachsen ist der Sender eigentlich jetzt?
Das ist ja mal 'ne Frage ... Wir werden ja 20, das heißt, die Volljährigkeit haben wir nun schon ganz entspannt hinter uns gebracht, jetzt stehen wir mitten im Leben, voller Saft und Kraft, und machen sehr, sehr viele spannende Projekte. Vor allem zu unserem runden Geburtstag.

Das Jubiläum ist ja im August, aber es läuft schon einiges und demnächst auch in der Lausitz. Was können denn die Hörer erwarten?
Wir haben tolle Pläne für die gesamte Region. Speziell in Cottbus sind wir diesmal Premiumpartner von "Prima Wetter" - Radioeins macht "Prima Wetter" - eine gigantische Veranstaltung, ein wunderbares Familienfestival. Wir wollen in Kürze damit starten und unsere Cottbuser Hörer vier Monate lang im Blechen Carré treffen. Da ist Radioeins also sehr präsent.

Dann kommen die Polkabeats vom 25. bis 28. Mai in Cottbus, Lübben, Lübbenau und Luckau. Es gibt tolle Musikpräsentationen - unter anderem Schiller, den wir am 23. Oktober in Cottbus im Club Bebel präsentieren. Dann sind wir Partner von verschiedenen Cottbuser Institutionen wie dem Staatstheater - da gibt's den "Club der toten Dichter", als nächstes am 26. Mai den Charles-Bukowski-Abend mit Peter Lohmeyer. Und es gibt Mark Benecke, einen unserer "Edel-Mitarbeiter", er wird am 1. Oktober im Audimax in Cottbus lesen: "Insekten auf Leichen". "Schöne Partys" im Cottbuser Glad-House gibt's natürlich auch, die nächste Party steigt am 7. Oktober. Und im November sind wir wieder der große Partner des Filmfestivals in Cottbus.

Ist im Programm Neues geplant?
Wir haben die Musik-Specials am Abend leicht überarbeitet und das musikalische Spektrum erweitert. Anfang Mai sind auch neue Sendungen gestartet - wie Anja Schneiders "Club Room", freitags um 23.00 Uhr.

Dann gibt es Veränderungen ab 1. Juli, für sechs Monate. Das betrifft insbesondere die Strecke 19 bis 21 Uhr. Statt "Radioeins live aus dem Babylon" senden wir dann live vom 14. Stock des rbb in der Masurenallee in Berlin. Wir laden ja im Sommer immer ein zum "Sommer auf dem Dach" und diesmal machen wir es auf dem eigenen Dach. Da erwecken wir eine Terrasse zum Leben: Der Konferenzraum des rbb, in dem sonst Rundfunkrat- und andere Sitzungen stattfinden, wird in eine Bar verwandelt. Hier können unsere Hörer Lesungen, Konzerte, aber eben auch Live-Sendungen erleben - alles aus dem 14. Stock des rbb Fernsehzentrums. Zur Eröffnung am 1. Juli spielen dort Element of Crime.

Für sechs Monate - und was passiert dann?
Danach wird's wieder Konferenzraum. Es sei denn, das Ganze funktioniert so gut, dass unsere Intendantin sagt, das möchte sie dauerhaft für den rbb haben ... Jetzt ist das Provisorium für sechs Monate gedacht. Das liegt daran, dass es sowieso Umbauten geben musste. Diese Zwischenzeit nutzen wir eben und bekommen für unsere Idee viel Unterstützung u. a. durch das rbb-Gebäudemanagement.

Um noch mal aufs Profil des Senders zu kommen: Radioeins ist ja geschaffen worden "Nur für Erwachsene". Also unter anderen für Leute, die sich für Radio Fritz irgendwann zu erwachsen fühlten. Ist eigentlich zu erwarten, dass es dann auch mal für die Generation ab 50 eine Art "50+"-Sender geben müsste, quasi einen Nachfolger von Radioeins?
Wir haben ja tatsächlich durchaus auch ein Publikum, das mit uns älter geworden ist. Wenn der Sender 20 Jahre alt ist und wir davon ausgehen, dass wir damals Hörer hatten, die 40 waren, dann sind die jetzt eben schon 60, die sind schon 50+, und wir bedienen sie immer noch. Ich persönlich glaube ja, dass Menschen gemeinsam mit ihren Radioprogrammen älter werden. Wir dürfen durchaus ein bisschen älter werden, Radioeins ist nicht zur ewigen Jugend verdammt. Trotzdem ist es natürlich schön, wenn uns auch ein paar Jüngere hören. Aber wie gesagt, es ist nicht so, dass jemand über 50 oder 60 bei uns draußen wäre. Ich meine, ich bin selber 53 und höre das Programm eigentlich ganz gerne ...

Mit Robert Skuppin sprach Peter Blochwitz

Zum Thema Radioeins und Robert Skuppin
Am 27. August 1997 ging Radioeins mit dem Stones-Titel "Start me up" auf Sendung. 94.000 Hörerinnen und Hörer in der Durchschnittsstunde (werktags 8.00 - 18.00 Uhr) weist die Media Analyse MA 2017/I für Radioeins aus.

Robert Skuppin (53) arbeitete nach einem Studium der Publizistik, Politologie und Geschichte ab 1988 als Nachrichtenredakteur bei Radio 100, war bei Radio 4U des SFB, Radio-Korrespondent in den USA und Moderator bei Kiss FM. Er moderierte mit Volker Wieprecht bei Fritz und ab 1999 die Morgenshow bei Radioeins. Seit 2011 ist er dort Programmchef. Mehr im Internet unter www.radioeins.de