Dabei galt Schwarz über Jahrhunderte gar nicht als eigentliche Farbe. Bereits in der Mythologie des Altertums war der finstere Ton den Schattenseiten des Daseins vorbehalten. So wurden etwa die griechische Rachegöttin Nemesis oder die indische Todesgottheit Kali meist in jenem Kolorit dargestellt. Auch der biblische Gott trennte erst die Helligkeit vom Schwarz, um das Leben beginnen zu lassen. Der französische Historiker Michel Pastoureau verfolgt in seinem jüngsten Buch deren symbolische Bedeutung von der Antike über das Mittelalter - wo sie die Farbe des Teufels, aber auch der Mönche war - bis zur Moderne, in der sie spätestens einen Bedeutungswandel erfuhr. Natürlich gibt es auch heute noch etwa den schwarzen Block, doch haben Kunst und Mode eine Änderung im Bewusstsein hervorgerufen. Pastoureau zeigt in seinem mit rund 100 Abbildungen versehenen Band die "schwarze" Kulturgeschichte der Menschheit.

Michel Pastoureau: Schwarz. Geschichte einer Farbe. Verlag Philipp von Zabern, 208 Seiten, 39,95 Euro