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| 02:40 Uhr

Wer hat die größten Bären-Chancen?

Der Goldene Bär geht an den besten Film.
Der Goldene Bär geht an den besten Film. FOTO: dpa
Berlin. (dpa/ik) Das sind die Tops und Flops, die im Bären-Rennen zählen könnten: "Django" von Etinne Comar (Frankreich). Pro: Ein wenig bekanntes Kapitel aus dem Leben des Jazz-Gitarristen Django Reinhardt.

(dpa/ik) Das sind die Tops und Flops, die im Bären-Rennen zählen könnten:

"Django" von Etinne Comar (Frankreich). Pro: Ein wenig bekanntes Kapitel aus dem Leben des Jazz-Gitarristen Django Reinhardt. Kontra: Hölzerne Dialoge und dramaturgische Längen.

"On Body and Soul" von Ildiko Enyedi (Ungarn): Zwei schüchterne Mitarbeiter eines Schlachthofes verlieben sich ineinander. Pro: Poetische, zarte Liebesgeschichte voller Tragik und Komik. Gilt bei Publikum und Kritikern als Favorit. Kontra: Geduld ist gefragt.

"The Dinner" von Oren Moverman (Israel/USA): Zwei Brüder und ihre Ehefrauen müssen sich der Tatsache stellen, dass ihre Kinder ein Verbrechen begangen haben. Pro: Exzellente Schauspieler. Kontra: Etwas zu viele Handlungsstränge und Rückblenden.

"Félicité" von Alain Gomis (Frankreich): Eine Bar-Sängerin versucht Geld für die Operation ihres Sohnes aufzutreiben. Pro: Kluge Milieustudie. Kontra: Manche Szenen wirken aufgesetzt.

"Wilde Maus" von Josef Hader (Österreich) Ein Musikkritiker wird entlassen und startet einen Rachefeldzug. Pro: Gelungene Satire. Kontra: Hätte gerne noch ein bisschen bissiger sein können.

"Pokot" von Agnieszka Holland (Polen): Eine Rentnerin wird in eine mysteriöse Mordserie verwickelt. Pro: Spannender, schwarzhumoriger Thriller. Gilt bei Publikum und Kritikern als Favorit. Kontra: Zu viele Rückblenden.

"Una Mujer Fantástica" von Sebastián Lelio (Chile): Eine Transgender-Frau wird von der Familie ihres Partners ausgegrenzt. Pro: Einfühlsame Geschichte über den mutigen Kampf gegen Intoleranz. Kontra: Etwas kunstgewerbliche Inszenierung.

"Helle Nächte" von Thomas Arslan (Deutschland): Ein Vater will sich seinem Teenager-Sohn wieder annähern. Pro: Strenge, schnörkellose Erzählweise. Kontra: Freunde ereignisreicher Geschichten werden enttäuscht.

"The Party" von Sally Potter (Großbritannien): Auf einer Party kommen lange gehütete Geheimnisse ans Licht. Pro: Witzige, hintersinnige Story mit Staraufgebot. Kontra: Statt in Schwarz-Weiß hätte der Film auch gerne in Farbe gedreht werden können.

"Mr. Long" von Hiroyuki Tanaka alias Sabu (Japan): Ein Auftragskiller wird durch seine Leidenschaft für das Kochen zu einem neuen Menschen. Pro: Raffinierte Mischung aus Gangsterballade, Lovestory und Selbstfindungsgeschichte. Kontra: Einige sehr brutale Szenen.

"Die andere Seite der Hoffnung" von Aki Kaurismäki (Finnland): Lakonisch-komisch erzählte Geschichte um einen syrischen Flüchtling und einen Restaurantbesitzer in Helsinki. Pro: Zu Herzen gehend. Gilt bei Publikum und Kritikern als Favorit. Kontra: An manchen Stellen arg märchenhaft geraten.

"Beuys" von Andres Veiel (Deutschland): Pro: Eine Fülle von Bild- und Filmmaterial. Kontra: Die kunstvolle Gestaltung des Films selbst überdeckt manchmal die Kunst von Beuys.

"Colo" von Teresa Villaverde (Portugal): Pro: Psychologisch ausgefeilte Milieustudie. Kontra: Sehr gleichförmige Erzählweise.

"Rückkehr nach Montauk" von Volker Schlöndorff (Deutschland): Pro: Starkes Schauspielerkino vor allem dank Nina Hoss und Susanne Wolff. Kontra: Sehr private Geschichte, die den Blick nicht auf die Welt weitet.

"On the Beach at Night Alone" von Hong Sang-soo (Südkorea): Pro: Der Film wirkt wie ein Gedicht. Kontra: Die Selbstreflexion bleibt eine Nabelschau.

"Joaquim" von Marcelo Gomes (Brasilien): Eine Episode aus dem Leben des brasilianischen Nationalhelden Joaquim José da Silva Xavier alias Tiradentes. Pro: Drama mit Bildungseffekt. Kontra: Die Spannung leidet unter der teils holprigen Erzählweise.

Zum Thema:
Der Bär ist das Berliner Wappentier und auch das Maskottchen der Berlinale. Die Gewinner des Festivals werden heute Abend verkündet, die Trophäen sind bereits gegossen. Seit der Gründung der Berlinale anno 1951 werden die Bären vom Traditionsunternehmen Hermann Noack gefertigt. Sie sind aus Bronze. Die Trophäen entstehen im Sandgussverfahren. Sie werden erst per Ziselierung verschönert und dann vergoldet beziehungsweise versilbert. Am Tag der Verleihung werden die Namen in der Werkstatt eingraviert, wie das Festival erklärt. Der wichtigste Preis, der Goldene Bär, ehrt den besten Film im Wettbewerb. Silberne Bären gibt es zum Beispiel für die Schauspieler, Regie und das beste Drehbuch.