Und dieser beschäftigt sich eingehend mit Freitagen, den 13. – liegt der jüngste doch gerade zwei Tage zurück. Und verfolgte den Autor gar persönlich: Denn an dem Tag hatten nicht nur Robbie Williams oder Peter Gabriel Geburtstag, sondern auch – Peter Blochwitz. Wen wundert da schon noch die Quersumme seines neuen Alters: 13. Doch er hat's überstanden, sitzt wohlbehalten im für ihn seltenen schwarzen Anzug im Rangfoyer des Senftenberger Theaters, im Schlepptau seinen persönlichen Gitarristen Nils Contius im hellen Anzug.

Doch was hat es nun mit der vermaledeiten 13 auf sich? Liegt es an ihr, dass die Autobahn A 13 erfolgreich an Cottbus und Senftenberg vorbeiführt? Ist sie Schuld, dass die DDR-Alu-Chips so eine schwache Währung waren, weil das chemische Element Aluminium die Ordnungszahl 13 hat?

Und so fragt und mutmaßt er sich durch, liest aus alten und neuen Kolumnen, die in der Wochenendbeilage der RUNDSCHAU erscheinen. Was tun gegen die Paraskavedekatriaphobie, die krankhafte Angst vor dem Dreizehn-Freitag? Und was ist mit Blochwitzens Schreckensszenario: Nach erfolgreichem Überstehen des Tages fröhlich pfeifend am Samstag, dem 14., auf der mitternächtlichen Straße in einen Truck zu laufen.

Hilft da einfach zu sagen „Schatt ab“ und sich – wie Robinson Crusoe – einen anderen Freitag zu wünschen? Oder ein anderes Medium? Letzteres hat Peter Blochwitz schon mal. Denn da seine Kolumnen seit geraumer Zeit auch verfilmt werden und im Internet unter www.lr-online.de zu sehen sind, flimmert er zwischen den Lesungen auch über die Senftenberger Leinwand.

Doch das Medium hat auch seine Tücken: Denn auf der Homepage der Neuen Bühne war das Programm des Abends nicht als „Dreizehn Freitage“, sondern als „Dreizehn Feiertage“ angegeben. Deshalb gaben sich die Protagonisten daraufhin alle Mühe, etwas über sämtliche Feiertage des Jahres auszugraben. Und so ist nach der Pause – Autor und Gitarrist haben die Farben der Anzüge getauscht – zum Frauentag der Klassiker vom Frauenversteher zu hören, dem Liebseier, Lavendelpflücker und Mädchenzeuger, zur Walpurgisnacht über die Hexen, die man nicht hänseln und greteln dürfe. Zum 1. Mai gibt es als Losung für die Männer das „ABC: Arbeitsagentur, Bier, Couch“, zum Männertag die unvermeidliche, unglückgeschwängerte Radtrinktour. Zum Tag der Deutschen Einheit beehrt schließlich Erich Peter B. Honecker täuschend echt die begeisterten Senftenberger. Und zum Reformationstag werden die Tee-nager per neuer Rechtschreib-Trennung zum Packe-sel.

Aber auch die Finanzkrise und der Klimawandel kriegen ihr Fett weg – in einer satirischen Jahresvorschau auf 2009. Die Gebrüder Grimm scheinen tatsächlich Märchenonkel gewesen zu sein, denn in ihrem Wörterbuch findet sich unter Bank alles von Sonnen- bis Muschelbank – kein Wort jedoch von Bankenkrise. Und bei der dünnen Kapitaldecke allerseits helfe sowieso oft nur noch Lächeln bis zum Erbrecheln. Im Gegensatz zum Publikum – da ist das Lachen echt.

Hier geht es zur aktuellen Video-Kolumne vom Peter Blochwitz