Auf der Bühne agieren Marionetten, Hand- und Tischpuppen. Die Puppenspieler hinter den Kulissen stammen aus Deutschland, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Österreich und Russland. Viele Aufführungen sind an mehreren Tagen und Orten zu sehen, vor allem in Museen und Schulen.
Hier einige interessante Auszüge aus dem Programm: Zur heutigen Eröffnung wartet das Erfreuliche Theater Erfurt ab 19 Uhr mit schrägem Humor und derber Komik auf. „Im Angesicht des Todes oder Wie castet man einen Loser“ ist als Stück „über Verunsicherungen im modernen Leben, über die Lust am Exhibitionismus, über Ängste und Verklemmungen - über unsere Mitmenschen - über uns“ angekündigt.
Bereits um 17.30 Uhr beginnt in der Langen Straße vor dem Kreismuseum die Revue „Es leuchten die Sterne“ des Franz Lasch Ensembles aus Potsdam. Eine waschechte Diva der 20er- und 30er-Jahre soll verraucht-verruchten Charme verbreiten.
Typisches Kaspertheater beinhaltet das Festival auch. Wolfgang Lasch, ebenfalls aus Potsdam, improvisiert mit Kasper & Co. als Handpuppen für Kinder ab drei Jahren (morgen, 9 Uhr, im Kreismuseum Bad Liebenwerda und am 19. September in der Grundschule Großthiemig). Sein Stück heißt „Aufregung im Märchenwald“ , der Titel gibt allerdings nur den roten Faden der Handlung vor, die Ausführung erfindet der Komödiant spontan vor Ort.
Höhepunkt des Festivals ist sicherlich die traditionelle Lange Nacht des Puppenspiels am übermorgigen Samstag im Kreismuseum Bad Liebenwerda. In „Heute: Genoveva“ (ab 20 Uhr) entführt das Ambrella-Theater Hamburg in die Welt der reisenden Marionettenspieler Mitteldeutschlands im 19. Jahrhundert. Die Marionettenspielerin Heike Klockmeier ist gebürtige Sächsin. Ihr kreativer Partner Jürgen Maaßen gilt als einer der bedeutendsten deutschen Szenografen im Bereich Puppenspiel. Das Stück ist laut Presseankündigung unter Konsultation der Puppentheatermuseen in Dresden, München, Bad Kreuznach und Bad Liebenwerda entstanden.
Im Anschluss verwandelt das Felgentreu-Grünmeffert Theater Potsdam „Deutsche Balladen“ , unter anderem von Schiller, in Slapstick. Danach tanzen die Puppen weiter bis 1 Uhr nachts. Dabei sind Ausschnitte aus mehreren Stücken zu sehen: Im Tischfigurenspiel „Der U(h)rwald tickt nicht richtig“ machen sich ein Affe und ein Mäuserich nach Südamerika auf, um eine Kuckucksuhr reparieren zu lassen. In „Von Kopf bis Fuß aus Linde hergestellt“ sind Elvis Presley, Marlene Dietrich und Hans Albers als Marionetten zu erleben. Beide Aufführungen verantwortet das Eckerken-Theater Salzhausen. Conny Fritzsche aus Dresden zeigt Kostproben aus ihrem im Elbe-Elster-Land schon bewährten Programm „Rattenscharf - nichts ist, wie es bleibt“ . Dessen Heldin Ursula von Rättin, in der Vergangenheit verkörpert durch ein Stück Stoff und Schaumgummi, singt und plaudert aus ihrem bewegten Leben.
Zahlreiche Märchenstoffe sind beim Festival ebenfalls zu erleben. Das fundus Marionettentheater aus Dresden präsentiert „Rotkäppchen“ (unter anderem morgen um 16 Uhr in der Kirche Sallgast). Das Figurentheater Tatyana Khodorenko aus Göttingen spielt „Die Froschprinzessin“ (erste Vorstellung am Sonntag, 9 Uhr, im Kreismuseum Finsterwalde). Volkmar Funke aus Brockwitz gibt „Rumpelstilzchen“ (Sonntag, 17 Uhr, Mühle Lebusa). Die tschechische Puppenspielerin Eva Kelemenová bietet eine freie Interpretation von „Hänsel und Gretel“ , in ihrer Fassung heißt die Mär „Das Pfefferkuchenhäuschen“ (unter anderem Montag, 9 Uhr, Schule Elsterwerda-Biehla).
Vielversprechend klingt die Ankündigung von Conny Fritzsches „Oscar und die Dame in Rosa“ , das zunächst morgen ab 9 Uhr im Gymnasium Herzberg zu sehen ist. Dieses Tischfigurenspiel für Jugendliche und Erwachsene handelt von einem leukämiekranken Kind. Der zehnjährige Oscar stellt sich vor, jeder Tag, der ihm verbleibt, dauere zehn Jahre und genießt so ein ganzes Menschenleben. Über den Humor vergessen die Puppen also auch die ernsten Seiten des Daseins nicht.
Der Eintritt beträgt laut Veranstalter für Kindervorstellungen zwei Euro und für Erwachsenenvorstellungen fünf Euro (ermäßigt 3,50 Euro).
Weitere Auskünfte gibt das Kulturamt Elbe-Elster unter Telefon: 03535-465104.