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Wenn der Tod versöhnt. . .

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Der Vater ist tot. Er hat ein Testament hinterlassen, das für seine drei Kinder und die Enkeltochter einem Schreckensszenario gleicht. Maiken Kriese

Um an ihr Erbe zu gelangen, müssen sie gemeinsam ein Reise durch Polen machen - eine Schnapsidee des Vaters. Wenn Inge, Klaus und Uwe auch nicht viel gemeinsam haben, darin und in der Einschätzung, dass der tote Mann "als Vater eine Fehlbesetzung" war, sind sie sich einig. Es wird eine spannende Reise für die vier, die seit Jahren keinen Kontakt hatten, weil jeder sein Päckchen zu tragen hatte. Jetzt müssen sie sich, zusammengepfercht in einem Kleinbus, unter der Aufsicht eines jungen polnischen Notars auf den Weg in die Vergangenheit machen. Keine Lustreise - die Geschwister beschimpfen sich, machen sich Vorwürfe, prügeln sich schließlich. Aber die Fahrt durch das fremde Land, die Begegnungen mit den unbekannten Menschen bringen gute Erinnerungen und alte Verletzungen ans Licht, neue Erkenntnisse und ein Stück Zuversicht. Ein witzig geschriebener Roman, der sehr nachdenklich macht, der mit kleinen Episoden und schönen Beschreibungen dem ernsten Thema ein Stück Leichtigkeit verleiht.

Lo Malinke: Alle müssen mit. Fischer-Verlag, 333 Seiten, 14,99 Euro