Hanspeter Bethke und Pfarrer Karl-Heinz Zahn aus dem Pfarrgarten Saxdorf freuen sich, dass diese Tradition, die sie aus Altersgründen nicht mehr fortführen können, so lebendig bleibt. Organisiert ist in Zeischa ein netter Sonntag mit Ratschlägen und Musik von und mit Berufskollegen.

Als Gäste konnte Roland Graeff die Brüder Claudius und Conrad Wecke gewinnen. Der eine ist Parkleiter in Branitz, diplomierter Landschaftsarchitekt mit Spezialisierung auf Gartendenkmalpflege, und der andere 1. Solotrompeter an der "Robert-Schumann-Philharmonie" Chemnitz. Groß geworden sind sie und ihr Bruder Clemens bei einer Posaune spielenden Mutter und einem Vater, der das Trompetenspiel liebt. Mit Conrad und Claudius Wecke lässt sich am Sonntag eine Metamorphose durchleben. Wie diese aussieht, soll das Publikum vor Ort realisieren, ist die Meinung des 33-jährigen Claudius. Dabei spielt es keine Rolle, wer sonst Pücklers Pyramide pflegt oder welcher von beiden seit mehr als 15 Jahren 1. Solotrompeter in Chemnitz ist. Gemeinsam mimen sie das Duo "Aufgeweckte Gartenklänge".

Musikalisches Blumenbeet

Selbst bezeichnen sie ihr Tun als ein frisch umgegrabenes Gartentheater mit Melodien quer durchs musikalische Blumenbeet. Das Repertoire umfasse alle Stilrichtungen - von Barock über Jazz und Hardrock bis Polka gibt es Musik von und mit Gartengeräten - "sie sind ansteckend, die beiden", schwärmt Roland Graeff von dem Erlebten.

Eine langjährige Freundschaft macht es möglich, dass der Gärtner und der Trompeter vielleicht sogar das "Girl from Ipanema", den Ohrwurm "Sing Sing Sing" ebenso wie den Jazz-Standard "Cantaloupe Island" oder auch ein Menuett oder einen barocken Marsch auf dem Gartenschlauch blasen, mit der Gießkanne intonieren oder mit Blumentöpfen zum Klingen bringen. Das Programm steht vorher nicht fest. "Wir lassen uns vom Publikum dirigieren."

Die große Wecke-Familie fungiert im Voraus als Kritiker, verrät Claudius Wecke. Bei Familientreffen und -festen wird Neues ausprobiert. Wenn die "Sippe" sagt: "Das klingt prima und ist witzig", dann kommt es in die Repertoire-Kiste, die sich seit dem Duo-Start 2012 kontinuierlich füllt.

Sogar schon in Bonn

Mitte Mai sorgten die Brüder für Aufsehen in der Bundeskunsthalle in Bonn, wo die Ausstellung "Parkomanie - Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler" eröffnet wurde. Zweimal werden Conrad und Claudius am Sonntag in Zeischa zu erleben sein (11.30 Uhr, 13.30 Uhr) und sie haben ihre "Sippe" dabei.

Anschließend soll es endlich einmal in den Schlosspark nach Uebigau gehen. Dorthin hat es der Branitzer Parkleiter bisher noch nie geschafft, dabei ist ihm das Elbe-Elster-Land keineswegs fremd, man kenne einige Kollegen und natürlich den Saxdorfer Pfarrgarten, freut sich Claudius Wecke auf ein Wiedersehen und beim Erzählen wird man das Gefühl nicht los, dass ihm der Schalk im Nacken sitzt.

Aber auch Berufskollegen und weitere Mitstreiter sind daran interessiert, mit ihrem Beitrag das Bambusfest am Leben zu erhalten. Die Gärtnerei Tietze aus Herzberg wird mit einer großen Tomatenauswahl präsent sein, Rüdiger Winde bringt seine prächtige Erdbeerpflanzenzucht mit.

Kakteen und wilde Früchte

Ralf Kozlik aus Rothstein berät zu Teichen und Kois, Ekkehard Seifert reist aus Potsdam mit seinem Kakteenfundus an und Werner Merkel, der Kiwi-Mann aus Sachsen, wird ebenfalls vor Ort sein. Helmut Richert aus Schilda und Kurstadt-Winzer Rico Leonhardt geben Rat zum Wein, und komplett machen den Treff zum Bambusfest die kleine Gärtnerei aus Uckro mit Stauden und eine sächsische Baumschule, die sich auf Kletterpflanzen spezialisiert hat. Wiederholt konnten auch Hannelore und Volker Umbreit aus Sornzig mit ihrer speziellen Marmeladenvielfalt für Zeischa verpflichtet werden. "Sornziger wilde Fruchtaufstriche", dahinter verbergen sich Fruchtaufstriche der besonderen Art aus Wildobst und Wildfrüchten, die handverlesen, in Sachsen gewachsen und in mühevoller Handarbeit verarbeitet sind.

Für die kulinarischen Besonderheiten sorgt die Gaststätte "Elstertal" aus Zeischa.

Das Bambusfest findet am 14. August statt. Der Eintritt kostet einen Euro, und los geht es um zehn Uhr. Gegen 17 Uhr klingt das Treiben langsam aus.

Wichtiger Hinweis: Zeischa ist wegen Brückenbauarbeiten an den Straßen zwischen Zobersdorf und Zeischa sowie zwischen Bad Liebenwerda und Zeischa gegenwärtig mit dem Pkw nur über die Kreuzung Prieschka/Haida zu erreichen. Radfahrer können den Zeischaer Weg noch nutzen.