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Weiße Rosen für Robert Schumann

Hauswand in der Zwickauer Innenstadt mit einem Bild des Komponisten Robert Schumann mit seiner Frau Clara. Links Schumanns Geburtshaus.
Hauswand in der Zwickauer Innenstadt mit einem Bild des Komponisten Robert Schumann mit seiner Frau Clara. Links Schumanns Geburtshaus. FOTO: dpa
Bonn/Zwickau/Leipzig.. Im musikalischen Superjahr mit Mozarts 250. Geburtstag hat es der 150. Todestag Robert Schumanns (1810-1856) am heutigen 29. Juli schwer, hinreichend von Fachleuten und Publikum gewürdigt zu werden. dpa


In der Musikwelt dreht sich zunächst fast alles um "Wolferl", dessen 22 Bühnenwerke im diesjährigen Opernprogramm der Salzburger Festspiele zu sehen sind. Zudem hatte Mozart schon früh seinen Werkesammler, Freiherr Ritter von Köchel. Dieser notierte 1862 Hunderte von Mozart-Werken im berühmten Verzeichnis. Robert Schumann musste darauf lange warten. Nach Angaben der Robert-Schumann-Gesellschaft konnte die Kanadierin Margit McCorkle 1991 für die Erarbeitung eines Schumann-Werkverzeichnisses gewonnen werden. Es erschien 2003.
Pünktlich zum Todestag bekommt die Stadt Bonn nun immerhin ein Denkmal des Komponisten - Bildhauer Alfred Hrdlicka schuf einen überlebensgroßen Kopf, der vor dem Schumann-Haus im Bonner Stadtteil Endenich enthüllt werden soll. Dort war Schumann 1856 in Depression und Wahnsinn gestorben.
Eine außergewöhnliche Ehrung erfährt Schumann heute in seiner Geburtsstadt Zwickau. Seine letzten beiden Werke - ein Choral und sein Choralfragment - werden uraufgeführt. Zuvor sollen am Schumann-Denkmal auf dem Hauptmarkt 150 weiße Rosen niedergelegt werden.
Die Kompositionen werden dann zur Todesstunde Schumanns um 16 Uhr am Denkmal vom Zwickauer Kammerchor Belcanto aufgeführt. Die Veröffentlichung beider Werke ist für Herbst im Verlag "edition-choris-mundi" (Zwickau) vorgesehen, sagte der Direktor des Zwickauer Robert-Schumann-Hauses, Thomas Synofzik.
In Leipzig gestalten der Robert-und-Clara-Schumann-Verein und der Verein für zeitgenössische Kunst blaumilchkanal am Nachmittag eine Gedenkveranstaltung. Am Schwanenteich, auf den Schumann von seinem Wohnungsfenster aus schauen konnte, werden unter dem Titel "ZeitSehnen" Musik und Szenen zur Todesstunde gezeigt. Schumann-Musik wird szenisch begleitet von einem Bewegungschor. Am Abend erklingt Klaviermusik von Chopin und Schumann in seinem Wohnhaus. Er spielt Frédédric Vaysse-Knitter. Robert Schumann lebte von 1828 bis 1844 in Leipzig. Hier gründete er unter anderem die Neue Zeitschrift für Musik. (dpa/pb)