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| 18:49 Uhr

Cottbus
Lieder voller  Zauber und Wärme in kalter Zeit

Frank Schöbel, Dominique Lacasa (l.) und Franziska Wiese feierten in der Cottbuser Stadthalle mit dem Publikum „Weihnachten in Familie“.
Frank Schöbel, Dominique Lacasa (l.) und Franziska Wiese feierten in der Cottbuser Stadthalle mit dem Publikum „Weihnachten in Familie“. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. „Weihnachten in Familie“ hieß es am Mittwoch wieder in der Stadthalle Cottbus. Frank Schöbel hatte diesmal nicht nur seine Tochter Dominique Lacasa dabei, sondern auch die Sprembergerin Franziska Wiese in seine Weihnachtsfamilie aufgenommen. Von Ida Kretzschmar

Bei Glockenklang und Gesang öffnet sich eine traumhafte Weihnachtsglitzerwelt. Dabei ist an Schnee himmelweit gar nicht zu denken. Und vielerorts fehlt’s auch an Glitzer. Aber Frank Schöbel ist da, und schon wird es so richtig schön besinnlich. Weil es eben wirklich ums Besinnen geht. Auf das, was uns Wärme schenkt in kalter Zeit und einander näherbringt. Und so besinnt sich das Schlager-Urgestein gleich darauf, dass er schon zur Einweihung dieser Stadthalle im Jahre 1975 hier war – und außerdem ein Vierspänner, der allerhand Pferdeäpfel auf der Bühne hinterlassen hatte.

Frank Schöbel kümmerte sich beherzt selbst um das Entfernen dieser Hinterlassenschaft. Was ihm offenbar Glück gebracht hat, denn immerhin wurde sein Album „Weihnachten in Familie“ nicht nur Kult wie auch die MDR-TV-Sendung „Fröhliche Weihnachten mit Frank“ Heiligabend, sondern das meistverkaufte Amiga-Album aller Zeiten.

Seit mehr als 25 Jahren gehört es für viele Menschen hier unbedingt zur Weihnachtszeit dazu. Und auch an diesem Mittwoch ist die Stadthalle proppenvoll, sind mehr als Tausend Besucher aller Generationen gekommen, um die alten und neuen Hits zu hören, in Erinnerungen zu schwelgen oder einfach Kraft zu tanken. Zum Beispiel durch Lachen. „Alle Jahre wieder die gleiche doofe Tour. Die andern haben einen Weihnachtsbaum und wir ’ne Witzfigur“, singt Frank Schöbel ein Lied von seiner ersten Weihnachtsplatte aus dem Jahre 1985, begleitet von seiner gut aufgelegten Band. Fünf Alben sind es inzwischen, und von jedem präsentiert er einen Hit, den fast jeder im Saal textsicher mitsingen kann.

Zwischendurch aber stürmen Kinder die Bühne. Eigentlich sollten es ja nur zwei aus der Region sein, die Frank Schöbel, der kaum zu glauben! 75 geworden ist, zum Mitsingen eingeladen hatte, aber es hatten sich fast zwei Dutzend gemeldet. „So viele waren es in noch keiner anderen Stadt. Wir haben sie alle genommen“, verkündet er hier. Die sangesfreudigen Mädchen, von denen auch viele ein Instrument spielen, wie sie selbstbewusst auf der Bühne erzählen, kommen nicht nur aus Cottbus, sondern aus dem Krabat-Dorf Schwarzkollm, aus Turnow, Tauer, eben aus der ganzen Lausitz. Erstaunlich, wie gut dieser  zusammengewürfelte Kinderchor harmoniert. Kraftvoll und leidenschaftlich erklingt ihr „Guten Abend, schön Abend“.

Und dieser Abend wird immer schöner. Dominique Lacasa singt nun ein berührendes Lied, das ihr Vater 1985 geschrieben hatte, mit einem Text von Gisela Steineckert: „Maria“. Damals hat es ihre Mutter Aurora Lacasa gesungen, berichtet sie. Inzwischen schreibt die Tochter eigene Weihnachtslieder und hat sogar schon eine eigene Weihnachts-CD herausgebracht.

Noch manch Überraschendes gibt es an diesem Abend bei „Weihnachten in Familie“. Da ist der 15-jährige Joscha aus Kiel mit seinem Cello und dem selbst geschriebenen Weihnachtsohrwurm. Oder das köstliche Duett von Frank im Wolfs pelz mit seinem Gitarristen Stefan Schirrmacher als Rotkäppchen.

Die eigentliche Überraschung des Abends aber ist Franziska Wiese aus Spremberg, die erstmals bei „Weihnachten in Familie“ in Cottbus dabei ist und sich unbändig freut, dass auch ihre Familie und Freunde gekommen sind. Im bodenlangen weißen Kleid erinnert sie an das Schneewittchen, das sie in der vergangenen Weihnachtssendung bei Frank gewesen war, verwandelt sich dann in das Aschenputtel aus dem Kult-Klassiker. Für Aufsehen aber sorgte sie schon bei Silber eisens „Schlagerboom“, wo sie mit dem norwegischen ESC-Gewinner Alexander Rybak das deutsch-englische Duett zu seinem legendären ESC-Hit „Fairytale“ erstmals vorstellte. Hier singt sie das „Märchen“ auf Deutsch. So verbreitet sie mit ihrer Geige und ihrer eindringlichen Stimme einen ganz besonderen Zauber. Und weil sie nun zu Franks Weihnachtsfamilie gehört, darf sie auch verraten, wie dieser Weihnachten verbringt: „Er guckt im Schlafanzug den ganzen Tag Märchen.“ Nicht nur für das Lüften dieses Geheimnisses hätte Franziska Wiese einen extra donnernden Applaus und Zugaben  in Cottbus verdient. Denn von dieser Sprembergerin wird gewiss noch viel zu hören sein.

P.S. Im nächsten Jahr machen Frank Schöbel & Band mit ihrem Tourneeprogramm „Hit auf Hit“ Station auch in der Lausitz. Am 3. März sind sie in Finsterwalde, Gaststätte Alt Nauendorf, 16 Uhr, Tickets bei der RUNDSCHAU und allen Vorverkaufsstellen sowie unter www.eventim.de.

Am 24. Februar wird „Hit auf Hit“ in Görlitz, Gerhart-Hauptmann-Theater, 15 Uhr, erwartet. Tickets an allen Vorverkaufsstellen und unter www.g-h-t.de

Im köstlichen Duett: Frank Schöbel im Wolfspelz mit seinem Gitarristen Stefan Schirrmacher als Rotkäppchen.
Im köstlichen Duett: Frank Schöbel im Wolfspelz mit seinem Gitarristen Stefan Schirrmacher als Rotkäppchen. FOTO: Michael Helbig
Der Sänger improvisierte einen Lausitzer Mädchenchor, der mit seinen kräftigen Stimmen sofort die Herzen der Zuschauer eroberte.
Der Sänger improvisierte einen Lausitzer Mädchenchor, der mit seinen kräftigen Stimmen sofort die Herzen der Zuschauer eroberte. FOTO: Michael Helbig