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Was passiert einmal mit meinem künstlerischen Werk?

Potsdam. Im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte findet am heutigen Freitag und am Sonnabend die Werkstatt-Tagung "Künstlernachlässe" statt. Es ist die erste Tagung zu diesem Thema in den neuen Bundesländern. K.B./pb

Was passiert mit meinem künstlerischen Werk, mit meinen schriftlichen Zeugnissen, wenn ich nicht mehr am Leben bin? Das sind Fragen, um die sich Künstler und ihre Erben zunehmend sorgen müssen. Denn die bisherige institutionelle Praxis - Museum und Archiv - ist mit dieser Aufgabe inzwischen überfordert. Dringend werden bundesweit neue Strukturen für das Bewahren, Erfassen, Erschließen und Vermitteln von Künstlernachlässen an folgende Generationen benötigt.

Die Werkstatt-Tagung ist die erste zu diesem Thema in den neuen Bundesländern. Ausgangspunkt der Initiatoren war die Auseinandersetzung mit den Nachlass-Initiativen in den alten Bundesländern und ihren bisherigen Tagungsthemen. Damit verbunden wurden die Erfahrungen und Ziele des seit 2014 für die Nachlasshalter im Land Brandenburg agierenden "Mobiler-Nachlass-Service".

Vier Themen, vier Kriterien

Die vier Werkstatt-Themen konzentrieren sich auf vier Kriterien der praktischen Arbeit: Sichern durch Auswahl, durch digitale Archivierung, durch Vorlasspflege und im öffentlichen Besitz einer Region. Hinter diesen Themen verbergen sich sensible Aufgabenstellungen, die sowohl in fachwissenschaftlicher wie auch in kulturpolitischer Hinsicht in Impulsvorträgen und Podiumsgesprächen reflektiert werden. Mit der Werkstatt-Tagung verbinden die Initiatoren, Dr. Liane Burkhardt und Thomas Kumlehn, den Wunsch nach praktikablen Lösungsansätzen, insbesondere für die neuen Bundesländer. Denn im Land Brandenburg wie in Sachsen-Anhalt und Sachsen wächst spürbar das Problembewusstsein.

Nicht einfach kopieren

Burkhardt und Kumlehn raten davon ab, die in den alten Bundesländern entstandenen Nachlass-Archive als Handlungsmuster zu kopieren. Deshalb entwickelten sie neben der ehrenamtlichen Beratung von Nachlasshaltern ein browserbasiertes Erfassungsprogramm für die seit Mai 2014 online zugängliche Datenbank "Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg". Vier Künstler sind inzwischen darin mit Nachlass- oder Werkverzeichnissen vertreten.

Die bundesweite Resonanz auf die Datenbank und Tagungsankündigung hat das Platzkontingent erschöpft. Die 150 Tagungsgäste reisen bundesweit sowie aus der Slowakei und der Schweiz an. Gastgeber ist der im Januar in Potsdam gegründete Verein "Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg" in Kooperation mit dem Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte, dessen Förderverein sowie dem Potsdamer Kunstverein. private-kuenstlernachlaesse brandenburg.de/news/21