ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:06 Uhr

Was ist das für eine Gesellschaft?

Teamarbeit beim Wiener Tatort: Christina Scherrer, Adele Neuhauser, Harald Krassnitzer und Ulrike Beimpold (v.?l.) als Ermittler.
Teamarbeit beim Wiener Tatort: Christina Scherrer, Adele Neuhauser, Harald Krassnitzer und Ulrike Beimpold (v.?l.) als Ermittler. FOTO: ARD Degeto/ORF/Hubert Mican
Krimi-Kolumne. Schock in den sozialen Netzwerken: Per Videobotschaft kündigt der Sohn eines angesehenen Akademikerpaares an, sich und seine Eltern umbringen zu wollen. Nach und nach kommen die Kommissare auf den Grund des mörderischen Plans. Daniel Friedrich

Der junge Mann will mit der Tat ein Zeichen gegen den ungeheuer erscheinenden Leistungsdruck der "Generation Y" setzen: eine explosive Mischung aus Konkurrenzkampf, Sinndefizit und Scheitern.

Geschickt schlägt der Tatort Brücken zu den Amokläufen von Erfurt und Winnenden. Was ist das für eine Gesellschaft, fragt sich der Zuschauer, die nur noch Gewinner und bloß keine Verlierer heranziehen will? Denn wer zu schwach ist, bleibt auf der Strecke. So, wie die Freundin des Mörders in spe. Überzeugend zeichnen die Darsteller, beispielsweise Mercedes Echerer als Psychologin Sarah Adler, die starken Charaktere dieser Episode. Erst, als Oberstleutnant Eisner (Harald Krassnitzer) seine eigene Tochter abführt und selbst verhört, droht die Geschichte zu wackeln. Da ist es dem Geschick der Nebendarsteller (u..a. dem Korinthen kackernden Kollegen Schubert) zu verdanken, dass dieser 1008. Tatort dennoch sehenswert bleibt. Das liegt schließlich auch am Finale, das an das außer Kontrolle geratene Experiment aus "Die Welle" erinnert. Es lohnt sich, die Gedanken über Film mit in die neue Woche zu nehmen.