Doch das Warten hat sich gelohnt.

Kajalgetränkte Augen und eine Garderobe, die von der Farbe Schwarz bestimmt wurde. Mit Regenschirmen, warmen Getränken und alten Geschichten versuchten sich die HIM Fans warm zu halten und die letzten Minuten bis zum Einlass und somit dem Run auf die erste Reihe entgegenzufiebern. Punkt 19 Uhr öffneten sich dann tatsächlich auch die Pforten. Kurz die Taschen von den Securities durchgeschaut, das Fan-Ticket gelöst und auf direktem Wege ins Warme, vorbei an der Garderobe, fleißigen Merchandise-Verkäufern bis kurz vor die Bühne. Auch nach knapp achtzehn Jahren Bandgeschichte haben die Finnen einen ungeheuren Anziehungswert. Nicht nur ihre Musik und die bewegenden Texte lassen das vorrangig weibliche Auditorium dahinschmelzen, sondern vor allem Sänger Ville Valo mit seinem charmanten Lächeln. Doch bevor die Jungs die Bühne betraten, wurden sie von der aus Massachusetts stammenden Band "Caspian" mit instrumentalen Klängen und sphärischer Atmosphäre eingestimmt. Hierzulande ist die 2003 gegründete Instrumental-Postrock-Band eher unbekannt, konnte aber sofort die Herzen der Zuhörer mit ihren Klängen begeistern.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten die fünf Rocker die Bühne und eröffneten das circa eineinhalbstündige Konzert mit dem Titel "All Lips Go Blue" aus dem neuen Album "Tears on Tape". Ab hier waren die Fans nicht mehr zu stoppen. Ein jeder sang lauthals mit und winkte seiner Lieblingsband zu. Plakate mit Bildern der Band wurden hochgehalten und unzählige Bilder geschossen. Mit einer glasklaren Stimme in den Höhen wie in den Tiefen schmetterte Valo zunächst den Klassiker "Join Me" sowie "Your Sweet 666", welche durch eine passende rote Lichtshow unterstützt wurde. Egal, ob alte oder aktuelle Titel, die Band konnte mit ihrer sympathischen Art und absoluter instrumentaler Finessen das Auditorium begeistern. Nach der Zugabe "When Love And Death Embrace" fließen sogar einige Tränen im Publikum und Sänger Ville Valo verabschiedete sich mit den Worten "Thank you so very much." Auf dem Heimweg, im Bus oder in der Bahn diskutierten die Fans noch bis lang in die Nacht hinein und ließen den Abend noch einmal Revue passieren.