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Von richtig geil zu supergeil I und II

Nomen est omen heißt es für Macher und Nutznießer des Internetvideos "Supergeil". Der Reklameclip des Lebensmittelhändlers Edeka sorgt seit zwei Wochen für Furore. leu1

Er hatte nicht nur sechs Millionen Abrufe auf YouTube, sondern findet momentan unzählige Nachahmer. Alle möglichen Bundesbürger haben offenbar jede Menge zum Supergeilfinden. Krimkrise hin, Energie-Krise her.

Die Popularität des Originalvideos rührt nicht zuletzt von der Hauptfigur, dem coolen älteren Herrn mit weißem Bart und schwarzer Sonnenbrille, der durch einen Supermarkt tänzelt und auf einem lässigen Elektrobeat allerlei Produkte als "supergeil" verherrlicht. Es handelt sich um Friedrich Liechtenstein, mit richtigem Namen Hans-Holger Friedrich, ausgebildeter Schauspieler und Lebenskünstler, zu dessen außergewöhnlicher Erscheinung sogar noch sein Geburtsort passt. Er ist vor 58 Jahren in Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt) geboren. Dieser Mann wird mittlerweile in den USA mit dem südkoreanischen Sänger Psy verglichen, der einst den "Gangnam Style" berühmt machte.

Obwohl ihn die allermeisten Deutschen erst durch das Reklamevideo kennenlernten, tänzelt er schon eine Weile durch die Netzwelt. Vor gut einem Jahr zum Beispiel durch ein "Supergeil"-Video, das die Vorlage für den Edeka-Clip lieferte. Damals pries Sänger Friedrich Liechtenstein allerdings keine Produkte als "supergeil", sondern das Allerlei des Lebens. Und er tänzelte im Video auch nicht, umgeben von sexy Fachverkäuferinnen, durch eine Supermarktfiliale, sondern durch die Kulissen der Berliner Volksbühne.

Produziert worden war der Track vom Berliner Musikprojekt Der Tourist, einem Zusammenschluss von mehreren Künstlern, zu denen auch "Supergeil"-Komponist Jakob Grunert und Icke & Er gehören. Letztere sind zwei Spaßrapper, die um ihre wahre Identität stets ein Geheimnis machten. 2006 wurden sie durch ihr selbst gedrehtes Internetvideo "Richtig geil" bekannt und 2011 standen sie mit "Icke - Die Oper" auf der Bühne der Berliner Volksbühne. Inszeniert wurde die von Jakob Grunert, womit sich der Kreis schließt. Grunert hat sowohl das "Supergeil"-Video 2013 als auch die jetzige Neuauflage produziert.

Wahrlich ein langer Weg von "Richtig geil" zu "Supergeil" I und II.