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Von der Kunst der Entfesselung

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Der britische Autor und Comedian Robert Wringham braucht nicht viel zum Leben. Sagt er jedenfalls: Er wohnt zur Miete, besitzt kein Haus, kein Auto, kein Handy. dpa/ik dpa/ik dpa/ik

Was er sucht im Leben sei Glück und Zufriedenheit. "Und ich brauche viele Bücher. Das ist mein Luxus", sagt der 33-Jährige. Was er dagegen ablehnt, ist ein Job, der zwar Geld bringt, ihn aber frustet und einengt. "Die meisten Menschen arbeiten in solchen Verhältnissen", behauptet Wringham. Deshalb hat er ein Buch darüber geschrieben, wie man den Mut fasst, sich von den Zwängen der Arbeit zu befreien und mit weniger Konsum glücklich zu sein. Er nennt das die Kunst der Entfesselung. Robert Wringham: Ich bin raus. Wilhelm Heyne Verlag, 334 Seiten, 16,99 Euro

Über Chancen des Wandels

Wie können wir uns im digitalen Wandel positionieren? Was hat Deutschland dem Silicon Valley entgegenzusetzen? Diese Fragen haben sich die Journalisten Marc Beise und Ulrich Schäfer gestellt, die gemeinsam die Wirtschaftsredaktion der "Süddeutschen Zeitung" leiten. Die digitale Revolution verändere Wirtschaft und Gesellschaft massiver als die Erfindung der Dampfmaschine, sagen sie. Und: Ja, Deutschland ist zu spät aufgewacht. Aber: Es ist noch nicht zu spät. Für ihr Buch sind die beiden nach Kalifornien gefahren, haben direkt im Valley recherchiert und kommen zu dem Fazit: Die Amerikaner verstehen zwar mehr vom Internet, aber wir verstehen mehr von Produktion. Marc Beise, Ulrich Schäfer: Deutschland digital. Unsere Antwort auf das Silicon Valley. Campus, 19,95 Euro

Wie es um Europa bestellt ist

Die Brexit-Entscheidung der Briten hat der Analyse Thomas Schmids zusätzliche Aktualität verliehen, doch auch ohne diese traumatische Wende stünde es nicht gut um Europa. "Die Europäische Union, wie es sie heute gibt, durchläuft eine schwere Legitimitätskrise, die schwerste ihrer Geschichte", schreibt der frühere Chefredakteur und Herausgeber der "Welt" in seinem Buch "Europa ist tot, es lebe Europa! Eine Weltmacht muss sich neu erfinden". Aber er macht klar: Mehr Nationalstaat ist auch keine Lösung. Er will eine andere EU, aber keine schwächere. Sie muss flexibler und liberaler werden. Thomas Schmid: Europa ist tot, es lebe Europa! Eine Weltmacht muss sich neu erfinden. C.Bertelsmann Verlag, 255 Seiten, 14,99 Euro