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Von Cottbus an die Cote d'Azur

Kornél Mundruczós Drama "Weißer Gott", damals noch unter dem Titel "Underdog", hatte 2014 das 24. Filmfestival Cottbus eröffnet. In diesem Jahr steht Mundruczó mit "Jupiter's Moon" im Cannes-Hauptwettbewerb.
Kornél Mundruczós Drama "Weißer Gott", damals noch unter dem Titel "Underdog", hatte 2014 das 24. Filmfestival Cottbus eröffnet. In diesem Jahr steht Mundruczó mit "Jupiter's Moon" im Cannes-Hauptwettbewerb. FOTO: FFC
Cannes/Cottbus. Das Filmfestival Cannes ist am Mittwoch mit einem französischen Liebesdrama eröffnet worden. Die Stars Charlotte Gainsbourg, Oscarpreisträgerin Marion Cotillard und "James Bond"-Bösewicht Mathieu Amalric spielen in "Les Fantômes d'Ismaël". Peter Blochwitz /

Bis zum 28. Mai trifft sich die internationale Filmbranche zum 70. Mal bei dem weltweit wichtigsten Filmfestival.

Im Wettbewerb sind 19 Werke zu sehen, darunter zwei von deutschsprachigen Regisseuren: Fatih Akin bringt "Aus dem Nichts" an die Cote d'Azur nach Südfrankreich. Der Österreicher Michael Haneke schickt das Drama "Happy".

Mit dabei sind auch einige neue Filme von Altmeistern und neuen Talenten aus Mittel- und Osteuropa, teilt das Filmfestival Cottbus, die weltweit größte Plattform für den osteuropäischen Film, mit. So gehen die neuen Filme des Ukrainers Sergej Loznitsa ("Krotkaya"), des Ungarn Kornél Mundruczó ("Jupiter's Moon") und des Russen Andrej Swjaginzew ("Nelyubov") ins Rennen um die "Goldene Palme". In der Sektion "Un Certain Regárd" ist neben der neuen Arbeit des Bulgaren Stephan Kommandarev mit "Out" ein slowakisch-tschechischer Debütfilm (Regie: Gyorhy Kristof) vertreten.

Kornél Mundruczó hatte beim Cottbuser Festival 2001 und 2008 Preise für seine Filme "Afta" und "Delta" gewonnen. Sein Streifen "Weißer Gott", einer der beeindruckendsten und kontroversesten Filme der jüngeren Festivalgeschichte, ist noch bis zum 21. Mai in der arte-Mediathek zu sehen. Mundruczós bildgewaltige Parabel über Ausgrenzung und autoritäre Denk- und Machtstrukturen hatte, damals noch unter dem Titel "Underdog", 2014 das 24. Filmfestival Cottbus eröffnet..

Sergej Loznitsa beeindruckte in Cottbus unter anderem 2012 mit seiner Verfilmung "Im Nebel", die auf einem Roman von Wassil Bykau beruht. Mit "Die Rückkehr" und "Die Verbannung" hatte Andrej Swjaginzew 2004 und 2007 einen tiefen Eindruck in der Lausitz hinterlassen.

Im offiziellen Kurzfilmwettbewerb ist mit "Koniec Widzenia" ein Beitrag aus Polen vertreten. Den Vorsitz der Jury, die die Goldenen Palmen im Kurzfilmbereich vergibt, hat der rumänische Regisseur Cristian Mungiu. Er wurde bekannt mit dem Drama "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage", das 2007 beim Festival in Cottbus lief.

Jede Menge Sichtungs- und Netzwerkarbeit gibt es auch für die Vertreter des Cottbuser Festivals in Cannes: Programmdirektor Bernd Buder ist an der Cote d'Azur ebenso wie Susann Trzewik, Programmkoordinatorin und Leiterin des Kurzfilmwettbewerbs, und Jörg Taszman, Programmberater für die Wettbewerbsauswahl.