Die Charakterdarstellerin, die heute 60 Jahre alt wird, ist inzwischen fünfmal für den Oscar nominiert worden, hat die begehrte Trophäe aber noch nie bekommen. "Ich werde oft mit Meryl Streep verwechselt", sagte sie einmal, "nur in der Oscar-Nacht nie".
Die 1947 in einer streng puritanischen Arztfamilie geborene Close hat sich in der Rolle starker Frauen einen Namen gemacht. Nach eindrucksvollen Erfolgen am Broadway gab die studierte Theaterwissenschaftlerin und Anthropologin 1982 ihr Spielfilmdebüt als selbstbewusste Mutter in der John-Irving-Verfilmung "Garp und wie er die Welt sah". Aufsehen erregte sie auch als intrigante Marquise in Stephen Frears Barockdrama "Gefährliche Liebschaften" (1988), als Operndiva in Istvan Szabos Musikfilm "Zauber der Venus" (1991) und als Hunde killende Hexe in "101 Dalmatiner" (1996).
Zuletzt brillierte Glenn Close in "Die Frauen von Stepford" (2004) und in der bitterbösen Provinzsatire "Glück in kleinen Dosen" (2005). Einen ihrer größten europäischen Erfolge lan dete sie ausgerechnet neben Meryl Streep mit der Bernd-Eichinger-Produktion von Bille Augusts Romanverfilmung "Das Geisterhaus" (1993). Für ihre Arbeit im Theater - unter anderem in Andrew Lloyd Webbers Musical "Sunset Boulevard" - gewann sie drei Tony-Awards. (dpa/sts)