Ein interaktiver Spielfilm? Was ist das denn? Weil der Cottbuser Regisseur Erik Schiesko genau diese Frage während der Arbeiten zu seinem neuesten Projekt immer wieder hörte, gab er nun mit seinem Team erste Einblicke in das Konzept.

Am Dienstag lud er zur Vorpremiere in die Kammerbühne Cottbus ein, um den ersten Teil seines interaktiven Spielfilmes "Auf der Suche" zu präsentieren. Neben klassischen Filmeinspielern konnten die Zuschauer die interaktiven Kulissen selbst erkunden. Denn in "Auf der Suche" verschmelzen Film und Game.

Die Idee entstand nach Vorbild der in den 80er- und 90er-Jahren bekannt gewordenen "Point&Click Adventures". Das sind Computerspiele, bei denen interaktive Kulissen bei der Suche nach Hinweisen und Lösungen helfen. "Ich fand dieses Suchen, Rätseln und Finden schon immer toll", sagt Erik Schiesko. Deshalb wollte er so ein Projekt selber auf die Beine stellen.

Ein mystischer Krimi

"Für die Zuschauer beziehungsweise Spieler gibt es einen vorgeplanten Weg", sagt der Cottbuser. Die Grundstory kann demnach nicht verändert werden: Sie handelt von dem jungen Reporter Lukas Zimmer, der einer Verschwörung auf die Schliche kommt. Er findet im Archiv einen Artikel aus den 80er-Jahren, welcher vom Tod seines scheinbaren Doppelgängers berichtet. Auf der Suche nach Wahrheit und Unwahrheit deckt er nach und nach die Geschichte einer verflossenen Liebe auf, die für sein eigenes Schicksal verantwortlich scheint.

Am Dienstagabend sah das Publikum in der Kammerbühne den davon ersten und bisher auch einzig komplett fertiggestellten Teil: Lukas Zimmer ist auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch bei einer Tageszeitung. Als er in der Personalabteilung ankommt, wechselt der Film in den interaktiven Modus. An dieser Stelle klickt sich der Spieler durch die Videokulisse. Jetzt müssen beispielsweise Büroklammern gefunden werden, um die Bewerbungsunterlagen zu sortieren. Erst wenn die Aufgabe gelöst ist, läuft die nächste Filmszene.

Neben der mystischen Grundstory hat der Regisseur auch "Schmunzler" eingebaut. "Die Witze kommen also an", stellt Schiesko nach den ersten Publikumsreaktionen fest. Was er außerdem betont: "Das Projekt hat einen sehr großen Wiedererkennungswert für die Zuschauer aus der Region. Alle Schauplätze spielen in der Lausitz." So spielt das Medienhaus der Rundschau als Arbeitsplatz von Lukas eine große Rolle. Auch in Forst und Jänschwalde wurde gedreht.

Feedback vom Publikum

Dass die Grundstory und die Mischung aus Film und Spiel sehr interessant sind, darüber war sich das Publikum in der anschließenden Diskussionsrunde einig. Was sich viele aber noch nicht ganz vorstellen können: Wie soll der "gespielte Teil" im Kino umgesetzt werden? Schließlich kann sich immer nur eine Person durch die Kulissen klicken, die anderen schauen zu. Eine konkrete Antwort auf die Frage gab es nicht. Aber der Film soll auch auf Tablet und Smartphone funktionieren. Programmierer und Regisseur arbeiten an der Umsetzung.

Die Premiere des interaktiven Spielfilms von Konturprojekt Filmproduktion in Co-Produktion mit der Rundschau soll am 22. Januar 2016 im Cottbuser Weltspiegel stattfinden.