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Vom Treibstoff der Stones

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Noch ein Buch über die Rolling Stones. Jeder weiß doch, dass sie seit Ewigkeiten kein nennenswertes Album mehr zustande bekommen haben und bei Konzerten vor allem abkassieren wollen. Thomas Borchert

Hunderte Bücher sind geschrieben über das halbe Jahrhundert von Mick Jagger und Keith Richards als verbittertem Paar, das einzig Geld zusammenhält. Rich Cohen erzählt diese Geschichte noch mal so gut, dass sie frisch, lebendig und spannend ankommt, obwohl endlos oft gehört. Genau wie die Musik der Band aus ihrer Glanzzeit. Cohen tourte als junger Reporter und leidenschaftlich bekennender Fan in den 90ern mit den Stones durch die USA, bekam "Zugang" zu den Rockstars und hat zusammen mit Jagger und dem Regisseur Martin Scorsese die HBQ-Serie "Vinyl" geschrieben. Seine Liebe zu "Honky Tonk Women" oder "Jumpin' Jack Flash" und "Wild Horses" sitzt so tief, dass er sie "mein Land" nennt, "in dem ich mein Leben lebe". Das hindert ihn nicht, Jagger als "monströs" und grausam zu porträtieren und die Band als "Maschine, die nach menschlichem Treibstoff verlangte".

Rich Cohen, Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones. btb Verlag, 528 Seiten, 24,99 Euro