Seinen Weltruf errang Kollo, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, als "bester Wagner-Tenor der Welt", wie ihn manche Kritiker und viele Opernbesucher rühmten. Er hat alles erreicht, was eine internationale Sängerkarriere zu bieten hat. Da kann er seinen runden Geburtstag auch in Ruhe und mit Familie auf Mallorca, seinem zweiten Zuhause, genießen.
Seine Karriere führte ihn aus einem Berliner Jazzkeller und ersten Erfolgen mit Schlagern wie "Hallo, Mary Lou" Ende der 60er-Jahre nach Bayreuth, wo er sein sensationelles Debüt als Steuermann im "Fliegenden Holländer" gab. Danach gastierte er an allen großen Opernhäuser und Konzertsälen der Welt - von der Met in New York über Covent Garden in London bis Tokio und Wien. Auf dem Grünen Hügel in Bayreuth sang er auch den Siegfried in Patrice Chéreaus "Jahrhundert-Ring". Später gab es auch Ausflüge an das Regiepult verschiedener Opernhäuser.
Natürlich wurde auch die Deutsche Oper in seiner Heimatstadt Berlin zu einem Mittelpunkt seines steilen Aufstiegs, nicht zuletzt als Siegfried in Götz Friedrichs legendärer Inszenierung von Wagners "Ring des Nibelungen". Aber auch als Tannhäuser, Lohengrin und in den Meistersingern war Kollo im In- und Ausland gefragt. Im Jahr 2000, als er mit Wagners "Tristan" noch einmal die Titelpartie seines Lebens sang, verkündete Kollo seinen allmählichen Abschied von den großen Wag ner-Partien, aber Konzerte und Gastspiele stehen weiterhin auf seinem Programm. Und auch Abstecher ins Schauspielfach wie erst im Oktober als Jedermann im Berliner Dom sind für Kollo kein Tabu. Im Februar geht Kollo wieder auf Tournee durch 19 deutsche Städte.
Dazwischen gab es immer wieder auch Abstecher ins Operettenfach oder in die Volksmusik, wie zum Beispiel in der populären ZDF-Show "Ich lade gern mir Gäste ein", die jahrelang lief. Mit seiner Tochter Nathalie ging er unter dem Motto "Wenn der Vater mit der Tochter - Vom Gassenhauer bis zur Operette" auf Tournee.
1997 verlor Kollo eine Schlacht, als er den Intendanten-Posten des Berliner Metropol-Theaters, das heute als Admiralspalast wiedererstanden ist, nach endlosen Querelen mit der Kulturverwaltung um die Finanzen des traditionsreichen Operetten- und Musicalhauses in der Friedrichstraße wieder aufgeben musste.