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Verwirrspiel in Kopenhagen

Jesper Stein verdient seine Brötchen eigentlich als Kriminalreporter in Kopenhagen. Mit "Unruhe" hat er nun sein gelungenes Debüt als Krimi-Autor vorgelegt. Jörg Ciszewski

Die spannende Geschichte lebt vor allem vom authentischen Lokalkolorit des linken Multikulti-Bezirks Nørrebro in der dänischen Hauptstadt. Kulisse für den Roman sind die auf Tatsachen beruhenden Unruhen um den Abriss eines Jugendzentrums. In den Wirren wird ein offensichtlich als Autonomer getarnter Mann von einem Mann in Polizeiuniform getötet. Doch weder die Identität des Opfers noch die des Täters lässt sich ermitteln. Sind beide wirklich das, wonach sie aussehen, oder soll mit einem Täuschungsmanöver Stimmung gegen die Polizei gemacht werden? Inmitten der hochexplosiven Situation steht Kommissar Axel Steen enorm unter Druck. Seine Vorgesetzten verlangen von ihm absolute Diskretion bis hin zur Vertuschung, aber für ihn ist die Suche nach der Wahrheit bedingungslos. Hierbei wirkt er zuweilen manisch und schadet sich selbst, aber die Konsequenz, mit der er sich jeder Einflussnahme entzieht, ist faszinierend.

Jesper Stein: Unruhe. Kiepenhauer und Witsch. 480 Seiten, 12,99 Euro.