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| 01:38 Uhr

Versteigerungsshow des Jahres

Am 16. Oktober geht im Berliner Hotel „Adlon“ eine Veranstaltung über die Bühne, die einen interessanten Filmstoff hergäbe.

Initiiert wurde sie vom amerikanischen Filmproduzenten Sean Hepburn Ferrer, der eine zentrale Figur in der wahren Geschichte ist, die hier ihrem Höhepunkt entgegenstrebt. Der Sohn der Schauspielerlegende Audrey Hepburn hat nämlich unbeabsichtigt für Deutschlands teuerste Nachkriegsbriefmarke gesorgt, jene Marke, die nunmehr versteigert wird.

2001 hatte das für die hiesige Briefmarkenherausgabe zuständige Finanzministerium entschieden, Audrey Hepburn zusammen mit anderen internationalen Schauspielern postalisch zu ehren und bat den Sohn schriftlich um Zustimmung. Dem gefiel nur nicht das Motiv der Sondermarke, weil seine Mutter - gemäß einer Filmszene aus “Frühstück bei Tiffany„ - mit einer Zigarettenspitze im Mund abgebildet war. Wegen der Vorbildwirkung, immerhin war die Raucherin Hepburn an Krebs gestorben. Die Deutsche Post musste also die bereits gedruckten 16 Millionen Marken entsorgen. Fünf davon kamen auf unbekanntem Wege trotzdem in Umlauf. Mutmaßlich durch einen höhergestellten Ministeriumsmitarbeiter, der damit ein paar Briefe an Freunde frankiert haben soll. Die in Berlin und Brandenburg abgestempelten Marken wurden nach ihrer Entdeckung bei Auktionen für 50 000 bis 125 000 Euro versteigert.

Nachdem Sean Ferrer davon hörte, fand er seinen von der Post erhaltenen Musterbogen mit zehn ungestempelten Marken wieder und lässt die nun zugunsten von Unicef versteigern. Das Mindestgebot liegt bei sagenhaften 500 000 Euro. Kenner rechnen damit, dass der Zuschlag bei etwa einer Million erfolgen dürfte.

Tatsächlich handelt es sich um die Versteigerungsshow des Jahres. Alle wollen im “Adlon„ dabei sein: Briefmarkensammler und Prominente, aber auch Banker, Investoren und führende Industrielle, wie die Organisatoren der in einen Gala-Abend eingebundenen Auktion verlauten ließen. Kein Wunder, schließlich geht es um das “größte Wertobjekt der modernen Philatelie„, wie ein Experte sagte. leu1