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| 02:37 Uhr

Verhüllte Schlaglichter mit Paukenschlag

Cottbus. Schlaglichter, die von Sammlungsgeschichte(n) aus Cottbus, Frankfurt (Oder) und Beeskow zeugen, geben Ende Januar den Auftakt für das Ausstellungsprogramm 2017 im Kunstmuseum Dieselkraftwerk (dkw.) Cottbus. Gestern wurde das Jahresprogramm vorgestellt. Vom Ida Kretzschmar

Noch sind sie verhüllt, die Skulpturen, die Schlaglichter setzen sollen auf dem Wege zu einem Brandenburgischen Kunstmuseum. Sein Name ist genauso wenig klar wie der genaue Zeitpunkt. Auch wenn nicht nur der Vorsitzende des Vorstandes der brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus, Martin Roeder, hofft, dass am 1. Juli alles juristisch unter Dach und Fach ist. Ungeklärt sind auch noch finanzielle und personelle Voraussetzungen. Wirklich klar ist nur, welche Kunst das dkw. Cottbus in diesem Jahr zeigen will. 15 Ausstellungen sind geplant. Und darüber wurde gestern unverhüllt gesprochen. "Die Schlaglichter sind ein Prolog auf dem Weg zur Fusion. Eine Ausstellung in drei Teilen, die so noch nicht zu sehen war", macht Musikdirektorin Ulrike Kremeier neugierig, wobei die Kunst aus Frankfurt in Cottbus gezeigt wird, ausgewählte Werke aus Cottbus nach Frankfurt reisen, und Bestände des Kunstarchivs Beeskow zeitgleich in Eisenhüttenstadt zu sehen sein werden.

Jörg Sperling weist auf zwei gleichzeitige Ausstellungen im späten Frühjahr hin: Malerei von Ina Bierstedt, die entlegene Ecken entdeckt, und von Sabine Herrmann, die in unergründliche Tiefe vordringt. Und auch darauf macht der Kustos Bildende Kunst aufmerksam: "Malerei von Christa und Lothar Böhme wird zum ersten Mal seit Jahrzehnten gemeinsam ausgestellt. Ihre Handschriften zählen zur Berliner Schule, die sich dem Heldenpathos in der ostdeutschen Kulturlandschaft verweigerte." Der Name der Herbstschau. "Innerlich frei bleiben".

Im Herbst wird auch Otto Dix auf neue Weise zu entdecken sein. Parallel dazu laden Arbeiten des Cottbuser Künstlers Hans-Georg Wagner zu ungewöhnlichen Körpererfahrungen ein. Der Grafiker Jakob Hinrichs wird mit seiner eigenen Art von Literaturinterpretation besonders junge Leute ansprechen, wobei Ronald Paris das mit Zeichnungen und Aquarellen zur Shakespeare Sonette fortsetzt.

Die wirbelnde Welt der Artisten, der Clowns und Tierdressuren entfaltet sich ab Mai im dkw. Kunst des 20. Jahrhunderts aus einer Dresdner Privatsammlung und dem eigenen Sammlungsbestand. Bilder von Marc Chagall bis Henri Matisse entführen in magische Welten.

In "Blütezeit" spüren Fotografien von Sven Gatter im Dialog mit Worten dem ästhetischen und gesellschaftlichen Wandel ehemaliger Tagebaugebiete nach.

"Ein Paukenschlag der Moderne, der hoffentlich viel Widerhall findet, ist die Ausstellung, die die Werke von sechs Meisterfotografen des 20. Jahrhunderts vereint", kündigt Carmen Schliebe, Kuratorin Fotografie an. Wie auch eine Wiederbegegnung mit der Zeitschrift "Sybille". Und am Jahresende enthüllt "Werkwandel" jahrzehntelanges Schaffen von Joachim Richau.

Zum Thema:
28. Januar - 17. April:Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n), Ausstellung in drei Teilen in Cottbus, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder) 29. April - 18. Juni: Ina Bierstedt: Entlegene Ecken, Sabine Herrmann: Die Unergründliche Tiefe6. Mai - 20. August: Zirkuszauber in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Aus einer Privatsammlung und der Sammlung des dkw.1. Juli - 3. September: Sven Gatter: Blütezeit; Paukenschlag der Moderne: Man Ray, László Moholy Nagy, El Lissitzky, Alexander Rodtschenko, Raoul Hausmann, Umbo2. September - 5. November: Otto Dix, Hans-Georg Wagner16. September - 19. November: Jakob Hinrichs: Von Trinkern, Träumern und ihren Bildern, Christa Böhme und Lothar Böhme: Innerlich frei bleiben18. November - 7. Januar 2018: Sibylle - Die Ausstellung2. Dezember-28. Januar 2018: Ronald Paris: Shakespeare Sonette, Joachim Richau: WerkwandelAb 20. Juli: Museumspädagogische Ausstellung: Der Funke springt über! 9. Werkstattausstellung des mukk (Änderungen vorbehalten)