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"Verdammt ich lieb Dich” als letzte Zugabe

"Du schlägst wie ‘ne Bombe" – Matthias Reim hat am Pfingstsonntag in Lübben etwa 6000 Besucher begeistert, und die meisten singen textsicher mit.
"Du schlägst wie ‘ne Bombe" – Matthias Reim hat am Pfingstsonntag in Lübben etwa 6000 Besucher begeistert, und die meisten singen textsicher mit. FOTO: asd1
Lübben. Summer Islands Open Air macht zu Pfingsten die Schlossinsel Lübben zur Freiluftbühne. Matthias Reim und Six sorgen für Stimmung. Andreas Staindl / asd1

Matthias Reim ist ein Dauerbrenner. 1990 landete er seinen ersten Hit. 27 Jahre später jubeln ihm die Massen noch immer zu. Etwa 6000 Leute haben sein Konzert am Sonntag auf der Schlossinsel in Lübben besucht. Viel mehr geht nicht in der Naturkulisse. Terrassenförmig angelegt, hat man Sicht auch von hinteren Plätzen. Ganz vorn standen die, die dem Rock-und Schlagersänger tief in die Augen blicken wollten. Seit Stunden. Bestens gelaunt und voller Vorfreude.

"Ich bin großer Fan von Matthias Reim und liebe seine Musik", sagt Liane Pfeiffer. Sie war mit Freundinnen aus Sachsen angereist. Der Schlagersänger hat Anhänger in allen Generationen. Seine Musik begeistert Mutter, Vater, Kind und manchmal auch Oma und Opa. Das Konzert in Lübben war ein Familienfest. Eines bei dem man mitsingen, sich in den Armen liegen kann.

Die Rockband Six hatte die Besucher heiß gemacht. Sie befindet sich derzeit auf Abschiedstour. Als die Musiker aus dem Land Brandenburg die Bühne verließen, war Matthias Reim noch nicht einmal auf der Schlossinsel. Acht Minuten vor 21 Uhr wurde er mit einem schwarzen VW mit Münchener Kennzeichen in den Bereich hinter der Bühne gefahren. Ein kurzes Hallo, ein kühles Getränk, eine letzte Zigarette. Schnell noch ein Erinnerungsfoto -auch mit den Jungs von Six. Die Massen vor der Bühne sind ungeduldig. Sie fordern ihren Star: "Wir woll'n den Matze seh'n, wir woll'n den Matze seh'n." Ganz vorn an der Absperrung stehen zwei Frauen mit hellgrünen T-Shirts. Matthias Reim ist darauf zu lesen, und der Name seines neuen Albums "Phoenix". Daraus singt er ein Lied: "Alles was ich will." Seine Anhänger sind begeistert. Von jedem Lied, egal aus welchem Jahr es stammt. Und sie sind textsicher, singen Zeile für Zeile mit. "Du schlägst wie 'ne Bombe in mein Leben".

Mit diesem Titel beginnt der Sänger gegen 21:30 Uhr sein Konzert. Da haben viele der Besucher schon stundenlang auf ihn gewartet. "Kein Problem", sagt der Oberlausitzer Sebastian Fiedler. "Umso schöner ist es dann, wenn es losgeht." Als Matthias Reim die Bühne betritt, brechen alle Dämme. Eine Frau mit flackernden Hasenohren auf dem Kopf hat Tränen in den Augen. Sie schämt sich nicht. Auch andere Zuschauer lassen ihren Emotionen jetzt freien Lauf. Die Hände zum Himmel und mitgemacht. Reim spult sein Programm routiniert ab. Die große Show braucht er nicht. Auch das gesprochene Wort ist nicht sein Ding während des Konzerts. Der fast 60-Jährige singt und singt und singt. Hin und wieder schnappt er sich eine Gitarre, begleitet sich selbst. Matthias Reim versteht es, das Publikum zu begeistern. Ein Profi halt. Sein heller Jeansanzug sitzt so eng, dass er den ohnehin schmächtigen Körper noch zerbrechlicher macht.

Seine Verehrer vor der Bühne aber haben nur Ohren für die Stimme ihres Stars. Zwölf Lieder schenkt er ihnen. "Ich kenne sie alle", sagt Anita Köhler aus Berlin. Mit "Verdammt für alle Zeit" geht's in die Pause. 20 Minuten später ist der Sänger wieder da. Inzwischen ist es dunkel, die bunten Lichter der Besucher jetzt gut zu sehen. "Ganz egal", singt Reim, "Ich hab geträumt von Dir", "Du bist mein Glück" und andere seiner bekannten Lieder. Die Besucher werden zu einem großen Chor. Weiter hinten, dort wo die Zuschauer nicht mehr so dicht gedrängt stehen, sieht man jetzt Paare tanzen. Im Discofox über die grüne Wiese und schwebend durch die Nacht.

Der Rhythmus von der Bühne ist ansteckend. Und offenbar färbt die Stimmung auch auf Matthias Reim ab. Er ruft dem Publikum zu: "Lübben, das hat Spaß gemacht!" 22 Lieder hat er da schon gesungen. Zu wenig für die Zuschauer. Da geht noch was. Der Rock-und Schlagersänger lässt sich nicht lange bitten. Vier Zugaben hatte er vorbereitet. "Verdammt ich lieb Dich" ist die letzte davon. Es ist das Lied, mit dem er im Jahr 1990 seinen ersten Hit landete.