Bedrohlich, verstörend, fantastisch. Leider real: Die Leiche einer jungen Frau, gefunden in einem Fluss. Die Tote war Schauspielschülerin, hielt sich aber auch mit Nebenjobs bei einem Online-Escortservice und einer Softwareschmiede namens Blue Sky über Wasser. Das sorgt für Spannung in der Kommissaren-Crew, die das Thema aber keinesfalls oberflächlich behandelt. "Big Data" und allgegenwärtige Kameras bringen in "HAL" die totale Kontrolle. Ein Internet-Programm führt zunehmend ein kriminelles Eigenleben. Serviert wird kein klassischer Krimi, sondern ein Science-Fiction-Thriller, der unter die Haut geht. Angelehnt an den Stanley-Kubrick-Film "2001: Odyssee im Weltraum". An Bord eines Raumschiffs übernahm dort der renitente Supercomputer "HAL 9000" das Kommando. Was den Titel des Tatorts erklärt. Und Fragen aufwirft: Wie weit darf Überwachung im Alltag gehen? In welchem Maße bleibt persönliche Freiheit auf der Strecke? Wie stark ist "künstliche Intelligenz" bereits ausgeprägt? Zurück bleibt ein beklemmendes Gefühl vor dem Schirm.