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Unerbittlichkeit der Natur

Es sind herzzerreißende Erzählungen, die Galsan Tschinag unter dem Titel "Eine tuwinische Geschichte" vereint. Darin beschreibt er auf seine unvergleichliche Art, wie Macht zur Sucht werden kann und die Unerbittlichkeit der Natur, die im Alteigebirge den Menschen ihr raues Diktat aufdrückt. Ida Kretzschmar

Aber er ist auch voller Demut vor ihrer Schönheit, wenn im Frühjahr der Schnee taut und alles wieder zum Leben erwacht. Der Schriftsteller, der in Leipzig Germanistik studierte und bei Erwin Strittmatter in die Lehre ging, ist Stammesoberhaupt der turksprachigen Tuwa, die im Altai-Gebirge zu Hause sind. Seine Erzählungen sprechen von der großen Liebe zu seiner Heimat und zum Leben, dem er mit der Stirnseite zugewandt die Größe und Schwere ablauscht. Galsan Tschinags "Tuwinische Geschichte", die ihn im deutschen Sprachraum bekannt machte und für die er 1992 den Adelbert-von-Chamisso-Preis erhielt, liegt mit diesem Buch wieder in einer Einzelausgabe mit weiteren Erzählungen vor. Ein einzigartiges Lesevergnügen!

Galsan Tschinag: Eine tuwinische Geschichte und andere Erzählungen, A1-Verlag, 141 Seiten, 16,90 Euro.