Zwölf Beiträge konkurrieren im Spielfilm-Wettbewerb um den mit 20 000 Euro dotierten Hauptpreis, den Spezialpreis für die beste Regie (7500 Euro) und die Preise für eine herausragende Darstellerin und einen herausragenden Darsteller (je 5000 Euro).

Wer zur Preisverleihung am 8. November in der Stadthalle Cottbus die gläserne Preisskulptur Lubina entgegennimmt, das entscheidet die fünfköpfige Internationale Festivaljury, deren Mitglieder Größen in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen sind. "Wir freuen uns, dass in diesem Jahr fünf Mitglieder aus fünf verschiedenen Zweigen der Filmbranche in unserer Jury vertreten sind, die die Filme aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beurteilen können", freut sich Programmdirektor Bernd Buder.

So sitzt in der Jury die bereits für den Oscar-nominierte Regisseurin Nana Djordjadze ("A Chef in Love", 1996). Das neueste Werk der in der georgischen Hauptstadt Tiflis geborenen Filmemacherin, "Meine Meerjungfrau, meine Loreley", wird am Sonnabend zur Preisverleihung als Abschlussfilm des Festivals zu sehen sein.

Außerdem in der Jury: die Cutterin Milenia Fiedler, zu deren bekanntesten Arbeiten Andrzej Wajdas oscarnominiertes Drama "Katyn" (2007) zählt. Dazu kommt der Brite Mike Downey, der neben seiner Tätigkeit als Produzent führendes Mitglied der Europäischen Filmakademie ist. Weitere Juroren sind der in Russland geborene deutsche Jungschauspieler Vladimir Burlakov ("Im Angesicht des Verbrechens") und der aus Kalifornien stammende Sound-Designer Eric Spitzer-Marlyn, der bereits mit Werner Herzog zusammenarbeitete.

Die Jury wird über zwölf Spielfilme aus insgesamt 17 Produktionsländern - alles deutsche Premieren - urteilen. Die stilistische und inhaltliche Vielfalt ist recht groß. Da läuft die laute, actionreiche Großproduktion ebenso wie der nachdenkliche, leise Streifen. Und "leise" ist durchaus sehr wörtlich gemeint. Auf der "Maisinsel" von George Ovashvili wird erstmals nach 20 Minuten gesprochen, in "Der Test" des Russen Alexander Kott nicht ein einziges Mal. Und das funktioniert!

Genau wie der Ost-West-Koproduktionsmarkt connecting cottbus (coco). Zwei Produktionen, die hier 2011 und 2012 als Projekte vorgestellt wurden, erleben 2014 ihre deutsche Erstaufführung im Wettbewerb: "Modris" von Juris Kursietis (Lettland, Griechenland, Deutschland 2013) und Isa Qosjas "Drei Fenster und ein Strick" (Kosovo, Deutschland 2014). Wie erfolgreiche coco-Projekte noch sein können, hat sich erst in diesem Jahr wieder erwiesen. "Gott verhüte!" des kroatischen Regisseurs Vinko Bresan, unter dem Titel "Die Kinder des Priesters" 2013 einer der Publikumslieblinge beim Cottbuser Festival, schaffte es im Sommer in die deutschen Kinos. Und connecting cottbus hat diesen Weg bereitet.

Im Festival-Fokus stehen unter dem Titel "QueerEast" in diesem Jahr homosexuelle Lebenswelten in Osteuropa. "Insgesamt 18 fiktionale und dokumentarische Kurz- und Langspielfilme zeichnen das facettenreiche Bild einer Debatte, die sich in den vergangenen Jahren zum Schlüsselthema für den zivilgesellschaftlichen Status quo in der Region entwickelt hat", teilt das Festival mit.

Aus aktuellem Anlass gibt es zudem eine spezielle Reihe "Filmland Ukraine". Es leben und arbeiten dort sehr viele talentierte Filmemacher, erläutert Programmdirektor Bernd Buder. "Aber es gibt momentan kein Geld für die Filmförderung."

Eröffnet wird das 24. Filmfestival Cottbus am heutigen Dienstagabend im Großen Haus des Staatstheater Cottbus mit Kornél Mundruczós "Underdog" (Ungarn, Deutschland, Schweden 2014). Mit 50 Hunden als Hauptdarsteller! Man darf äußerst gespannt sein.

Karten gibt's unter anderem beim CottbusService, Stadthalle, Telefon 0355/75 42 444 unter www.filmfestivalcottbus.de sowie unter Telefon 0355/481 555.