Es wurde am Montagabend eröffnet. Bis zum 6. November werden insgesamt 309 Werke aus aller Welt gezeigt. Voriges Jahr waren 48 000 Zuschauer gekommen - ein Rekord.

"Als wir uns entschieden, die Türkei als Schwerpunktland zu nehmen, hatten wir keine Ahnung, was alles in der Türkei passieren würde. Die Entwicklungen dort haben sich in einer beängstigenden Art und Weise überschlagen", sagte Pasanen. 18 Kurz- und Langfilme beleuchten unter dem Motto "Schatten des Halbmondes" die Situation in der Türkei.

Darüber hinaus hat das Festival auch in diesem Jahr wieder einen starken politischen Fokus sowohl in den Wettbewerben um die Goldenen und Silbernen Tauben als auch im übrigen Programm. "Die politische Situation in Europa und weltweit hat sich höchst dramatisch entwickelt - angefangen von Trump, über den Brexit bis zur Flüchtlingsbewegung", sagte Pasanen.

"Die Polarisierung in der Gesellschaft ist besorgniserregend", sagte die Festivalchefin. Auf die Entwicklung habe DOK Leipzig auch symbolisch reagiert: "Obwohl unser Logo rot ist, haben wir in diesem Jahr unser Festival-Poster schwarz-weiß gestaltet, um zu zeigen, in was für schwarz-weißen Zeiten wir leben."

Das Leipziger Dokumentarfilmfestival feiert im nächsten Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Pasanen sieht DOK Leipzig in einem harten Wettbewerb mit anderen internationalen Festivals. "Wir wollen unseren Platz behaupten als Festival mit hohem künstlerischen Anspruch, aber auch als Ort, wo Filme auf eine große Öffentlichkeit und ein großes Interesse stoßen, wenn sie hier Premiere feiern." Expansionspläne gebe es nicht.