Doch der niedliche Labrador-Welpe legt blitzschnell 45 Kilo zu und Herrchen und Frauchen verzweifeln, schimpfen und lachen über den "schlimmsten Hund der Welt". Marley frisst sich durch Wände und Kissen, verschluckt Schmuck, trinkt aus dem Klo, jagt den Postboten, zieht Tische über den Bürgersteig, jault im Gewitter, schlägt den Hundesitter in die Flucht und fliegt aus der Benimm-Schule raus. Die drei Babys, die sich das Paar noch zulegt, sind geradezu ein Kinderspiel, verglichen mit dem vierbeinigen Star. US-Regisseur David Frankel, der zuvor "Der Teufel trägt Prada" inszenierte, bringt mit "Marley & Ich" einen treuherzigen Teufel mit Fell in die deutschen Kinos. Die Beziehungskomödie, die auf das einfache Erfolgsrezept süße Tiere und nette Kinder setzt, hat zumindest den Hundeliebhabern unter den Kinogängern zwei rührig-turbulente Stunden zu bieten. Beim Kinostart in Nordamerika zu Weihnachten bescherte der Familienfilm das beste Feiertagsergebnis aller Zeiten. Bis jetzt verdiente "Marley" allein in den USA über 140 Millionen Dollar. Nicht einmal beißende Kritiken konnten den Erfolg trüben. So winselte das Branchenblatt "Hollywood Reporter": "Selten hat ein Studiofilm so wenig Drama und auch nicht viel Komödie zu bieten, außer wenn der Hund herumtollt." "Rolling Stone" hetzte: "Die Anstrengungen der Stars, noch niedlicher zu sein als die Hunde, ist gerade gut für den Kotzeimer." Tatsächlich wirken Aniston und Owen wie Statisten in einem Hochglanz-Werbefilm für Hundefutter mit einer kräftigen Portion von Familienwerten. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von US-Autor und Zeitungskolumnist John Grogan. Zusammen mit seiner Frau Jenny adoptierte er den Labrador Marley, der sich prompt als schwieriger Fall erwies. "Was, ein Buch über einen Hund?", wehrte Aniston den Roman zunächst ab, bis ihr das Skript in die Hände fiel. "Das ist ein Film über die Ehe und den Balanceakt von Familie und Karriere", begeisterte sich die Schauspielern schließlich für ihre Rolle. Als zweibeinige Nebendarsteller glänzen Alan Arkin als Johns Zeitungsboss, Kathleen Turner als strenge Hundeerzieherin in einem sprichwörtlich umwerfenden Auftritt, und Eric Dane als Johns Single-Freund und Star-Reporter, der Marley als Köder bei seiner Jagd auf Frauen benutzt. 22 Hunde teilen sich die Ehre, Marley spielen zu dürfen, zur Hälfte Welpen, zur Hälfte ausgewachsene Tiere, die den Star ohne Spezialeffekte um 13 Jahre altern lassen. Die meiste Zeit auf der Leinwand ist Marley ein bis sechs Jahre alt. Für die Hunde war das Set ein riesiger Spielplatz, erzählte Trainer Ray Beal vor dem US-Start. "Wie ein echter Star haben sie unglaublich viel Aufmerksamkeit bekommen, genau das lieben Hunde nun einmal." Viele kamen aus Tierheimen und wurden für ihren ersten Auftritt vor der Kamera eigens abgerichtet. "Alle Welpen waren schon vergeben, bevor wie überhaupt mit dem Drehen anfingen", meint Beal. "Studiochefs, Mitarbeiter und Schauspielern rissen sich um die abgerichteten Vierbeiner." Die rührenden Hundeblicke fing Florian Ballhaus ein, Sohn des berühmten deutschen Kameramanns Michael Ballhaus, der über 25 Jahre lang in Hollywood und New York mit Regisseuren wie Martin Scorsese oder Francis Ford Coppola drehte. Der Sohn gab auch schon in Filmen wie "Vielleicht, vielleicht auch nicht", "Der Teufel trägt Prada" und "Flightplan - Ohne jede Spur" mit der Kamera den Ton an. Hundeliebhaber seien gewarnt: Für das traurige Ende sollten sie vorsorglich ein Taschentuch einstecken. (USA 2008, FSK o.A., von David Frankel, mit Owen Wilson, Jennifer Aniston, Alan Arkin)