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Trauer um Deutschlands erste Fernsehpolizistin

Mareike Carrière vor zwei Jahren bei der "Lola"-Gala.
Mareike Carrière vor zwei Jahren bei der "Lola"-Gala. FOTO: dpa
Hamburg. Sie spielte Theater und drehte Filme mit Hollywood-Stars wie Peter Fonda und Liv Ullmann. Einem Millionenpublikum bekannt wurde Mareike Carrière jedoch als Polizistin im "Großstadtrevier".

Heute regt das keinen mehr auf. Als Mareike Carrière jedoch 1986 gleich in der allerersten Folge unter dem Titel "Mensch, der Bulle ist eine Frau" auf dem Revier eingeführt wurde, war das noch etwas Besonderes. Als Deutschlands erste Fernsehpolizistin mischte sie in den 1980er-Jahren das männerdominierte "Großstadtrevier" in der ARD auf. In der Rolle der Ellen Wegener wurde sie an der Seite von Schauspielern wie Arthur Brauss und später Jan Fedder einem Millionen-Publikum bekannt. In der Vorabendserie spielte Mareike Carrière auch mit Gaststars wie Freddy Quinn. In der Nacht zum Montag ist sie im Alter von 59 Jahren an Krebs gestorben.

Schon als Kind wollte Carrière, die 1954 in Hannover als Tochter eines Psychiaters geboren wurde, Schauspielerin werden. Mit 16 Jahren begann sie ihre Ausbildung an der Lübecker Schauspielschule und legte erst danach ihr Abitur ab. Anschließend studierte sie an der Pariser Sorbonne Französisch und Englisch und erwarb ein Diplom als Übersetzerin. Es folgten erste Bühnen engagements in Lübeck, Paris und Berlin. Mit 18 Jahren spielte sie die Titelrolle in Carlo Goldonis "Bettina oder Das ehrsame Mädchen" am Jungen Theater Lübeck. Ihren ersten bedeutenden Erfolg hatte Mareike Carrière 1978 in dem Fernsehspiel "Flamme empor", einem Pubertätsdrama, das in den 1930er-Jahren spielte. 1979 erhielt sie für diese Rolle den Kritikerpreis. Die ARD-Vorabend-Serie "Großstadtrevier" machte sie zu einem der bekanntesten Fernsehgesichter der 1980er-Jahre. Für die Rolle nahm sie Karate- und Schießunterricht, hospitierte bei der Polizei und erhielt 2005 die "Goldene Kamera". 1994 stieg sie nach 62 Folgen aus der Erfolgsserie aus. Ebenso erfolgreich wurde die Serie "Praxis Bülowbogen" (ARD, 1986-1995), in der sie als Ärztin neben Günter Pfitzmann zu sehen war.

Von 1981 bis 1994 war sie mit dem Filmproduzenten Joachim von Vietinghoff verheiratet. 1993 verlegte sie ihren Wohnsitz von Berlin nach Hamburg und heiratete dort 1997 den Zahnarzt Gerd Klement. Ihren letzten Auftritt im Fernsehen hatte die beliebte Schauspielerin 2012 in der ARD-Serie "Heiter bis tödlich - Morden im Norden".