ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

Toller Musiker und strenger GMD

So bleibt der langjährige Generalmusikdirektor Frank Morgenstern in Erinnerung.
So bleibt der langjährige Generalmusikdirektor Frank Morgenstern in Erinnerung. FOTO: Staatstheater
Cottbus. 37 fruchtbare Jahre war Frank Morgenstern leitend am Theater der Stadt Cottbus – seit 1992 am Staatstheater Cottbus – tätig. Zum zehnten Todestag erinnert Martin Schüler an den einstigen Generalmusikdirektor.

(ik) "Natürlich ist er in erster Linie als der langjährige GMD (Generalmusikdirektor) allen Cottbusern im Gedächtnis - aber begonnen hatte er als 1. Kapellmeister", weiß Intendant Martin Schüler. Frank Morgenstern (17. Juli 1928 - 7. Juli 2007) stieg ziemlich schnell am eigenen Haus, was ungewöhnlich war und ist, nach dem Weggang von GMD Hans Wallat zum Generalmusikdirektor auf und bekleidete bei Intendant Steurich zusätzlich noch die Funktion eines stellvertretenden Intendanten bis 1992.

"1990 begegnete ich Frank Morgenstern zum ersten Mal persönlich", schildert Martin Schüler: "Die damaligen Gespräche flößten als designierter Operndirektor mir ziemlichen Respekt ein, da Frank Morgenstern jedes Thema, jedes Problem sofort auf den Punkt brachte."

Schüler wurde sofort auf angenehme Weise klar, dass er es mit einem "alten Hasen" zu tun hatte, der wusste, wovon und worüber er sprach. "Er war ein Pragmatiker per excellence, der mir auch zeigte, wie kontinuierliches, anspruchsvolles Miteinander funktionieren kann. Nie vergessen werde ich sein beharrliches Kämpfen für die Realisierung der Oper Wozzeck von Alban Berg im damaligen Haus der Bauarbeiter im Rahmen von Christoph Schroths Zonenrand-Ermutigung im Jahr 1993."

Die musikalischen Anforderungen an alle waren extrem - dazu noch in einem völlig ungewohnten Ort und Bühnenbild, erinnert sich der heutige Intendant. Die Sänger waren teilweise 40 bis 50 Meter entfernt vom Orchester. Aber der GMD ließ nie auch nur den leisesten Zweifel am Gelingen des schwierigen Projekts aufkommen. Es wurde so lange geprobt und arrangiert, bis alles aufführungsreif klappte. "Und dann wurde es zu einer Sternstunde für alle Beteiligten, die gerade wegen oder durch die gefürchtete Strenge des GMDs einen Sprung nach vorn schafften", erinnert sich Schüler. Für ihn war Frank Morgenstern ein toller Musiker und Operndirigent, dem das Orchester auch die Verleihung des Namens "Philharmonisches Orchester" zu verdanken hat.

Martin Schüler unterstreicht: "Auch wenn Frank Morgenstern seit zehn Jahren nicht mehr unter uns ist: Sein Wirken ist unvergesslich und sein Name als Ehrenmitglied des Staatstheaters Cottbus für immer präsent."