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Tod eines Lehrers

Herman Kochs Romane sind böse und hintergründig. Das gilt auch wieder für seine Neuerscheinung "Sehr geehrter Herr M. Sibylle Peine

". Dieses Buch ist zudem noch äußerst fintenreich und komplex gebaut und erhöht so die Dramatik und Spannung für den Leser. Im Mittelpunkt stehen ein in die Jahre gekommener Bestsellerautor, zwei Schüler und ein Lehrer, der eines Tages auf unerklärliche Weise spurlos verschwindet. Und dann ist da noch ein mysteriöser Nachbar, der das Leben des Schriftstellers bis ins kleinste Detail verfolgt und ihm einen Drohbrief schreibt: "Ja, ich habe etwas mit Ihnen vor, Herr M." Doch was genau? Der Unbekannte jedenfalls, so viel steht fest, ist einer jener zynischen und kühl sezierenden Zeitgenossen, wie sie so typisch sind für das Werk des Niederländers Herman Koch. Er findet offenbar nichts dabei, seinen berühmten Nachbarn und dessen junge Frau zu belauschen. Herman Koch spielt souverän auf verschiedenen Ebenen, wechselt von der Gegenwart zur Vergangenheit, von der Fiktion zur Realität, vertauscht die Perspektiven und hält den Leser so in Atem bis zur überraschenden Auflösung am Schluss.

Herman Koch: Sehr geehrter Herr M.. Kiepenheuer & Witsch, 400 Seiten, 19,99 Euro