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| 13:06 Uhr

Kinostart
Man kann sich nie sicher fühlen

HANDOUT - Colin Farrell (Steven Murphy) und Nicole Kidman (Anna Murphy) in einer Szene des Films "The Killing Of A Sacred Deer" (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 28.12.2017 in die deutschen Kinos. (zu «The Killing of a Sacred Deer»: Nicole Kidman und das Unheimliche" vom 26.12.2017) ACHTUNG - Verwendung nur für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den genannten Film und nur bei Urheber-Nennung Foto: -/Alamode/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
HANDOUT - Colin Farrell (Steven Murphy) und Nicole Kidman (Anna Murphy) in einer Szene des Films "The Killing Of A Sacred Deer" (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 28.12.2017 in die deutschen Kinos. (zu «The Killing of a Sacred Deer»: Nicole Kidman und das Unheimliche" vom 26.12.2017) ACHTUNG - Verwendung nur für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den genannten Film und nur bei Urheber-Nennung Foto: -/Alamode/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: - / dpa
Berlin. „The Killing of a Sacred Deer“ von Yorgos Lanthimos ist ein schaurig-schöner Psycho-Thriller. dpa

 Ein Herz, ein pumpendes Herz, das eine gefühlte Ewigkeit auf der Leinwand pocht, während ein Arzt mit dem OP-Besteck daran herumschnippelt. Ein leichter Schock und gleich zu Beginn von „The Killing of a Sacred Deer“ ist klar: Das wird kein normaler Film.

Zumal  Yorgos Lanthimos dahinter steckt. Allein mit dieser Eröffnungssequenz erweist sich der griechische Regisseur, der inzwischen in London residiert, als legitimer Erbe der surrealistischen Bizarrerien eines Luis Buñuel („L‘age d‘or“). Beim Festival in Cannes wurden Yorgos Lanthimos und Efthimis Filippou für ihr Drehbuch ausgezeichnet.

Mit ungewöhnlichen Filmen wie „Dogtooth“ oder „The Lobster“ stemmt sich der mehrfach prämierte Regisseur gegen den Mainstream und stellt diesem das Außergewöhnliche, Unergründliche und Unheimliche entgegen. All das erfüllt auch sein neuester Film „The Killing of a Sacred Deer“, der mit Colin Farrell und Nicole Kidman zudem prominent besetzt ist.

Die beiden spielen ein Ehepaar, er ein erfolgreicher Herzchirurg und sie eine Augenärztin, die mit ihren beiden Kindern Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) in einem idyllischen Vorort eine durchaus harmonische Ehe führen. Auch wenn diese Familie in ihrem Miteinander ein bisschen kühl, streng und ein wenig gestelzt wirkt.

Ein wenig nüchtern, künstlich und steril lässt Lanthimos auch ihre Umgebung wirken  – der ideale Nährboden für den unerklärlichen und abgründigen Horror, der bald über diese Familie hereinbrechen und Tod und Verderben bringen wird. Der Teenager Martin (Barry Keoghan) ist der große Störenfried, der eine anfänglich nicht näher erläuterte Art Freundschaft mit dem Chi­rurgen Steven Murphy (Colin Farrell) aufgebaut hat. Aber schon bald wird deutlich: Auf beiden lastet die Vergangenheit schwer und kettet sie unheilvoll aneinander.

Und etwas Unheimliches geht von diesem Jungen aus, dessen Vater einst auf dem Operationstisch gestorben ist. Sucht er in Steven vielleicht einen Ersatzvater? Immerhin versucht er den Chirurgen mit seiner Mutter (Alicia Silverstone) zu verkuppeln. Oder ist er von Rache und Vergeltung getrieben? Und hat er wirklich die Gabe, einen tödlichen Fluch auszusprechen?

In „The Killing of a Sacred Deer“ kann man sich nie sicher sein, kann man sich nie sicher fühlen. Horrorfilm, Fabel um Schuld und Sühne, Rachegeschichte, surrealistischer Albtraum, psychologischer Thriller – „The Killing of a Sacred Deer“ ist ein furioser und spannender Mix, der sich auf vielen Ebenen lesen lässt.

Blutende Augen, brutale Gewalt, paralysierte Kinder – Yorgos Lanthimos spielt mit einem nervenzerfetzenden Soundtrack schaurig-schön und ungemein spannend mit dem Unheimlichen, dem Nicht-Erklärbaren und dem Unbehagen. „Shining“ und „Das Omen“ sind hier ganz nah – und am Ende wird ein Herz aufhören zu schlagen.