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| 02:42 Uhr

Texanische Gewalt

Texas ist immer wieder Schauplatz besonderer Erfolgsgeschichten, aber auch ex-tremer Dramen. Der US-Schriftsteller Philipp Meyer zeigt in seinem wuchtigen Roman, wie sich Gewalt und Egoismus tief in das Selbstverständnis der Menschen eingeprägt haben. Axel Knönagel

Im Mittelpunkt des Romans steht die Familie McCullough, deren Geschicke parallel zu denen von Texas verlaufen. Die Hauptfigur, Eli, ist tatsächlich der erste Sohn, der in Texas geboren wurde, nachdem sich die Region 1836 von Mexiko unabhängig gemacht hat. Sein Schicksal ist allerdings erst einmal alles andere als vielversprechend. Als er 13 ist, wird die elterliche Farm von Indianern überfallen, die zuvor von den Siedlern gewaltsam vertrieben worden waren. Nur Eli überlebt, wird aber von den Komantschen als Sklave verschleppt. Ausführlich und mit zahlreichen irritierenden Einzelheiten erzählt Meyer, wie aus dem Siedlerjungen allmählich ein angesehenes Stammesmitglied wird. Die Gewalt in Texas ist Meyers Thema. Aber er überschreitet nie die Grenze zum Unerträglichen. Philipp Meyer: Der erste Sohn. Albrecht Knaus Verlag, München, 606 Seiten, 24,99 Euro.