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| 15:15 Uhr

TV-Kritik
Friesisches Skurrilitätenkabinett

Eigentlich hatten wir Borowski abgeschrieben. Taumelte er doch dusselig und weinselig durch den letzten Fall und ließ seiner Schwäche für Frauen freien Lauf. Wobei er wirkte wie ein Depp. Schwach wird er auch diesmal, bei der entrückt verführerischen Famke. Lydia Schauff

Entrückt und vor allem skurril, das  trifft auch auf den ganzen Tatort zu. Dieser Borowski hat was von britischen Krimiserien. Einer stirbt in der Pampa. Statt britischem Niemandsland ist es hier die fiktive Insel Suunholt. Es gibt komische Typen, die allesamt was zu verbergen haben. Der Tote war eigentlich schon tot und außerdem korrupt. Der Schweinebauer liebt Prostituierte. Der Bäcker geht fremd. Es gibt zwielichtige Kriminelle mit schlechter Frisur und eine Überreligiöse samt seltsamem Sohn. Das alles auf einer kleinen Insel. Das hat auch was von Kammerspiel. Und es lohnt sich genauer hin zu hören. Für einen Tatort gibt es viel Musikuntermalung. Die konterkariert auch mal das Geschehen. Hat was. Borowski schaut Famke also zu tief in die Augen, hat aber am Ende trotzdem den Durchblick und lässt sich nicht aus dem Konzept bringen. Insel-Polizistin Schütz, die im Stile Landei daherkommt, blüht beim Ermitteln auf neben dem Herrn Kommissar. Aha?! Es wird ja noch Ersatz für Borowskis Ex-Kollegin Brandt gesucht. Fazit: Hallelujah!

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: Schubert, Sebastian / LR