Können wir das mit dem Zynismus diesmal lassen? Ich kotze Ihnen sonst gleich vor die Füße“, sagt Hauptkommissarin Bönisch zu Faber.  Da ist auch dem Zuschauer längst nicht mehr nach zynischen Einlagen. Bei dem Entsetzen, dem Ekel, der Verzweiflung, die sich in Bönischs Augen zeigt, als man ihr den PC eines Kinderschänders hinstellt, kann der Zuschauer nur ahnen, was sie da sieht. Das reicht für Gänsehaut und ultimatives Unbehagen.

Dass der Regisseur das Publikum nie direkt in den Abgrund blicken lässt, sondern Momente schafft, die spüren lassen, wie tief dieser sein muss, zeichnet diesen Tatort aus. So etwa, als einer der Protagonisten mit nacktem Unterkörper fröhlich Brot bäckt. Dann schwenkt die Kamera auf einen Jungen, zitternd, halbnackt, notdürftig zugedeckt in einer Ecke. Das geht durch und durch.

Und es ist der vermeintliche Mörder von Fabers Familie und Erzfeind Markus Graf, der das Kind von Fabers Kollege Pawlak Pädophilen quasi zum Fraß vorwirft, um Faber dazu zu bringen, Selbstmord zu begehen. Dass Faber das nicht tut, erstaunt fasst, hatte man doch das Gefühl, dass er nicht sehr an seiner Existenz hängt.

Und während die Geschichte um den Kindesmissbrauch berührt, lässt einen der lang erwartete Showdown mit Erzfeind Graf kalt. Der leiert seinen Text wie ein Kochrezept runter, wirkt mittelmäßig boshaft und am Ende knallt Bönisch ihn ratzfatz ab. Was für ein fader Abgang. Kein dramatischer Dialog mehr. Und keine Auflösung, ob er wirklich Fabers Familie getötet hat.

Dieser Tatort überzeugt, bewegt und enttäuscht stellenweise. Letzteres auch wegen Nachlässigkeiten wie: Pawlak darf im Fall seiner entführten Tochter ermitteln, das Missbrauchsopfer kann eine Scherbe zur Begegnung mit ihrem Peiniger schleusen. Immerhin folgt dann ein richtiger Showdown, verglichen mit Grafs mickrigem Abgang.