Ich habe mir kurz vorgestellt, wie es sein muss, den Tatort zu sehen, nachdem man genauso hart gefeiert hat wie die beiden Kommissare. Ich habe dann aufgehört, mir das vorzustellen, weil mir schlecht wurde.

Apropos schlecht: Das war der Tatort, so schlecht, dass ich meiner Mitseherin mittendrin vorgeschlagen habe, den Fernseher auszuschalten oder auf ein anderes Programm zu wechseln. Es ist ja völlig in Ordnung, die Geschichte einer Ex-Prostituierten zu erzählen, deren Vergangenheit sie einholt. Klar geht es dabei auch um Sex, damit hat sie schließlich ihren Lebensunterhalt verdient. Dass dann aber auch noch die beiden Kommissare gemeinsam im Bett landen und wirklich alles dafür getan wird, Sex zu Leitthema eines Krimis zu machen, hat vor allem genervt.

Vor allem auch, weil das Ganze natürlich im Fasching stattfinden musste. Sex, Alkohol, Fasching – super, sämtliche Klischees erfüllt.

Da freut man sich zudem gerade darüber, dass mit Meret Becker als Kommissarin in Berlin eine gescheiterte Problemexistenz von der Mattscheibe verschwinden wird, und die Krimimacher aus dem Süden haben nichts anderes zu tun, als zwei neue gescheitere Existenzen zu Tatort-Kommissaren zu machen. Das ist ihnen sogar so wichtig, dass – ich weiß ja nicht, ob es ihnen auch aufgefallen ist – rund 40 Minuten in diesem Krimi so gar nichts passiert. Also zumindest nichts, was zum Ermitteln führen würde. Schrecklich.

Eigentlich war das Schwarzwald-Team ziemlich gut in den Tatort gestartet. Aber in „Ich habe im Traum geweint“ verspielen sie ihren Vorsprung vor anderen Teams gehörig. Vielleicht liegt es auch an meiner persönlichen Abneigung gegen den Karneval, obwohl – nein – dieser Tatort hatte höchstens ein oder zwei sehenswerte Szenen, die, die Bibiana Beglau als schönheitsoperiertes Opfer gezeigt haben. Das war eindrücklich. Sonst wirklich nichts an diesem Faschingsunfall.