Stellen Sie sich vor, es sei Krieg. Oder Studium. Oder irgendwas ähnliches Aufregendes. Damit spielt Karawa(h)n, die neue Produktion am Piccolo-Theater in Cottbus. Und die Produktion spielt derart gut mit diesem Gefühl, dass es wirklich schwerfällt, die richtigen Worte zu finden. Rund 50 Minuten geniale Choreografie. Chapeau.

Zaida Ballesteros Perejo präsentiert mit „Karawa(h)n“ das vielleicht beste Tanztheater-Stück, das das Piccolo je auf die Beine stellen wird. Die jugendlichen Nachwuchstänzer sind so gut, dass selbst dem geneigten Ballettfan die Unterscheidung schwerfällt. Die Gesamtchoreografie ist so dicht, dass in nicht einem Moment Langeweile aufkommt. Das ist beim Tanztheater selten. Und aller Ehren wert.

Karawa(h)n ist wirklich ganz nah am Profitheater. Und der Abstand, den es dazu hat, tut der Inszenierung alles andere als schlecht. Nein, das, was das Piccolo da als neue Inszenierung der Jugend-Tanz-Compagnie präsentiert, ist kein Kinder-Theater, nicht einmal Jugendtheater, das ist großes Theater. Und ohne Frage das beste Tanztheater, was man „einfach mal so“ erleben darf. An alle, die an Karawa(h)n“ mitarbeiten durften: Ein ganz ganz großes Bravo. Spitze.