ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:24 Uhr

Kino
„Tanz auf der Kippe“ im Cottbuser Glad-House

Szene aus „Tanz auf der Kippe“.
Szene aus „Tanz auf der Kippe“. FOTO: Jürgen Brauer / DEFA-Stiftung
Cottbus. Filmfestival zeigt Defa-Streifen nach Jurij Kochs Roman.

(red/ik) Das Filmfestival Cottbus präsentiert heute um 19 Uhr gemeinsam mit dem Obenkino Cottbus den Film „Tanz auf der Kippe“ im Glad-House-Saal. Zum 27. Filmfestival in der Sektion Heimat/Domownja geplant, konnte der Film leider aus technischen Gründen nicht gezeigt werden. Doch Grit Lemke, Kuratorin der Sektion, und der Schriftsteller Jurij Koch, dessen Roman „Augenoperation“ als Vorlage für den Film diente, erzählten kurzerhand den Film spannend und unterhaltsam nach. Nun sind die beiden wieder dabei und freuen sich auf ein anregendes Gespräch mit dem Publikum im Anschluss an den Film.

„Tanz auf der Kippe“ fängt die Endzeit der DDR ein: Wut, Ohnmacht und die Suche nach Wahrheit in einem der letzten und interessantesten Defa-Filme, wie der Veranstalter einschätzt. Der 17-jährige Gerat wird auf einer Müllkippe zusammengeschlagen und verliert das Augenlicht – Höhepunkt einer Reihe von Konflikten mit dem Vater, der Schule und der Staatsmacht. „Wo führt das hin, wenn alle die Wahrheit sagen“, hört Gerat, als er das allgemeine Lügen nicht mehr mitmacht. Ob Gerat wieder sehend wird, bleibt ungewiss – starke Metapher für die gesellschaftliche Situation in der Wendezeit, als der Film gedreht wurde. Doch auch heute beeindruckt die rebellische Figur des Gerat (Frank Stieren).

Eine universelle Geschichte vom Erwachsenwerden und Aufbegehren, die in den Wirren der Nachwende zu Unrecht wenig Beachtung fand, sich aber neben den großen Coming-of-Age-Dramen des Weltkinos nicht zu verstecken braucht, unterstreicht Grit Lemke.