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| 17:01 Uhr

Cottbus
Stimmgewaltiges Wohlfühlprogramm

Susanne Jansen in der Theaterscheune. Die Berliner Schauspielerin und Sängerin gehörte 1994 zur Gründungsmannschaft des Theaterhauses Jena. Sie arbeitete dort unter anderen mit Jo Fabian zusammen. Der heutige Schauspieldirektor in Cottbus verpflichtete sie auch später für mehrere Produktionen. Daneben war Susanne Jansen im Thalia Theater in Hamburg, im Neumarkt Theater Zürich, in Berlin am Hebbeltheater und an der Volksbühne, am Staatsschauspiel Dresden und am Schauspiel Hannover zu erleben.
Susanne Jansen in der Theaterscheune. Die Berliner Schauspielerin und Sängerin gehörte 1994 zur Gründungsmannschaft des Theaterhauses Jena. Sie arbeitete dort unter anderen mit Jo Fabian zusammen. Der heutige Schauspieldirektor in Cottbus verpflichtete sie auch später für mehrere Produktionen. Daneben war Susanne Jansen im Thalia Theater in Hamburg, im Neumarkt Theater Zürich, in Berlin am Hebbeltheater und an der Volksbühne, am Staatsschauspiel Dresden und am Schauspiel Hannover zu erleben. FOTO: LR / Angelika Brinkop
Cottbus. Susanne Jansen und die Musiker Lutz Schlosser und Guido Raschke sorgen in der Theaterscheune für ein Wechselbad der Gefühle. Von Ida Kretzschmar

Als Rosa Luxemburg hat sie sich den Lausitzern im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst vorgestellt. In der Theaterscheune des Staatstheaters Cottbus zieht nun die Schauspielerin und Sängerin Susanne Jansen ganz andere Seiten auf. Im kleinen Schwarzen, Pumps, mit angeklebten Wimpern und Erdbeermund gibt sie die Femme fatale. Wobei sie sich dabei selbst nicht so ganz ernst nimmt.

„Feeling good“ verspricht die Sängerin in ihrem musikalischen Wohlfühlprogramm, das am Wochenende erstmals in Cottbus über die Bühne ging. Und wahrlich hat die Frau eine Stimme, die sofort unter die Haut geht. Ob sie „Angel Eyes“ besingt oder den „Gloomy Sunday“, „Summertime“ heraufbeschwört oder daran erinnert: „Papa was a rolling Stone: Dieses Stimme beweist eine erstaunliche Bandbreite.

Mit Jazz, Blues, französischen Chansons und sogar kubanischen  Rhythmen geht es hemmungslos durch den Abend. Lutz Schlosser an der Gitarre, für den Musik der Atem der Seele ist, und Guido Raschke am Piano legen sich dabei ordentlich ins Zeug. Beide sind gestandene Jazzmusiker, die aber auch so ein gemischtes Wohlfühlprogramm virtuos zelebrieren.

Mit einem Sektglas prostet Susanne Jansen den Zuschauern zu, die es sich an den Tischen in der Theaterscheune bei diversen Getränken gemütlich gemacht haben und das Trio immer wieder mit Beifall befeuern. Damit sie aber nicht in Behaglichkeit versinken, streut Susanne Jansen ein paar selbstgemachte Gedichte unter die Leute. „Sehr lebensbejahend“, warnt sie vor, bevor sie zum „Totentanz“ auffordert und manch andere dunkle Poesievorstellung gibt. Nichts für schwache Nerven.

Immer wieder entert sie unerschrocken die Bühne, räkelt sich lasziv auf dem Sessel oder auf dem Teppich, verausgabt sich, scheut keine Übertreibung, um ein absurdes anarchisches Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Ein Energiebündel, das die Zuschauer nicht nur dazu bringt, sich bei den sanften Balladen in den Arm zu nehmen, sondern zwei sogar zum Tanzen. Silvia Kassler aus Cottbus dreht mit Frank Fischer eine Runde: „Jazz, Blues, Swing, das ist ganz mein Geschmack“, schwärmt die 62-Jährige, die diese Veranstaltung unbedingt weiterempfehlen will.

Bei Susanne Jansen aber geht es weiter rund um den roten Barhocker. Dabei ist der nicht nur ziemlich unbequem, wie sie selbst verkündet. Er ist eigentlich gar nicht nötig. Denn im Grunde braucht es zum Wohlfühlen nur diese unglaubliche Stimme mit ihren Wahnsinns-Klangfarben und diese großartige handgemachte Musik.

„Machs gut, ich muss gehn, Baby, It‘s Cold Outside“, haucht Susanne Jansen am Ende im Duett mit Lutz Schlosser. Ein Gänsehautgefühl -– fast wie beim Hören der legendären Amiga-Aufnahme von Manne Krug mit Beate Barwandt.


Nächste Aufführung: Sonntag, 3. Juni, 19 Uhr in der Theaterscheune. In der nächsten Spielzeit soll es weitergehen. Karten gibt es im Besucherservice des Staatstheaters, an der Abendkasse sowie online über www.staatstheater-cottbus.de. Ticket-Telefon:0355/ 78242424