Dabei interessieren sich die 20 Studenten vor allem für die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen sowie deren Kommentierung und literarische Verarbeitung durch Brigitte Reimann. Von Interesse sind aber auch Entstehung und Entwicklung des Hoyerswerdaer Kunstvereins e.V. - Freundeskreis der Künste und Literatur als zivilgesellschaftlicher Enklave im Sozialismus. Der Freundeskreis lädt die Studenten zu einem Spaziergang auf den Spuren Brigitte Reimanns ein. Die Schriftstellerin lebte, liebte und arbeitete mit ihrer unbezähmbaren Leidenschaft 1960 bis 1968 in Hoyerswerda und Schwarze Pumpe. Auch Begegnungen mit Zeitzeugen wird es geben.

Die Erkenntnisse sollen einer wissenschaftlichen Arbeit zugutekommen, die sich der Frage widmet, auf welche Weise und in welchen Formen sich Zivilgesellschaft in der DDR ausgebildet hat, welche Beziehungen zu den staatlichen Instanzen bestanden haben und welche gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Handlungsräume existierten und wie sie ausgefüllt wurden. Die Exkursion geht bis zum Sonntag durch weitere Orte. Eine Arbeitsgruppe hat sich gezielt auf Brigitte Reimann, Franziska Linkerhand und Hoyerswerda vorbereitet und dafür bereits den Film "Eine Stadt wird geboren wie ein Kind" angeschaut.