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Stiftung
Landesstiftung: Mehr Geld für Pückler-Erbe in Branitz

Potsdam. Jährlich rund vier Millionen Euro sollen dazu dienen, die Attraktivität der Kultureinrichtung weiter zu erhöhen. dpa

  Fürst Pückler reiste durch die Welt. Erinnerungen an besondere Stationen verewigte er in seinem Park in Branitz. Eine neue Landesstiftung soll Pücklers Erbe stärken. Mit der Stiftung stehen dem Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Cottbus-Branitz jährlich rund vier Millionen Euro zu Verfügung. Das Geld solle dazu dienen, die Attraktivität der Kultureinrichtung noch zu erhöhen, sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Donnerstag. Möglicherweise könne damit die Chance erhöht werden, langfristig auf die Unesco-Welterbeliste zu kommen. „Das ist unser großes Ziel“, sagte die Ministerin. Es sei aber ein langwieriger Prozess. Bislang steht nur der Pückler-Park in Bad Muskau in Sachsen auf der Welterbeliste.

Hermann Fürst von Pückler-Muskau schuf die bedeutende Anlage zwischen 1834 und 1840 auf einst 600 Hektar. Ein großer Teil ist heute immer noch erhalten. Pückler gestaltete neben den Parks von Branitz und Muskau auch die Anlage von Schloss Potsdam-Babelsberg.

Mit dem Geld können nun unter anderem sieben neue Stellen für die Gartenpflege finanziert werden, sagte Gert Streidt, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Die Zahl der Mitarbeiter steige dann auf 34. Ein Stau bei den Pflegeaufgaben könnte abgearbeitet werden. Mit der Stiftung hätten Pücklers Gesamtkunstwerk aus Garten- und Landschaftsgestaltung sowie die Bewahrung langfristig eine Perspektive. Die Leistungen von Pückler könnten zudem besser vermittelt werden. Nach den Angaben können die Forschungen zum Werk des Adligen, der auch Reiseschriftsteller war, intensiviert und neu aufgearbeitet werden.

Gartenbereiche werden nun wieder hergestellt, Wege saniert und erneuert und die Gewässerbegrenzungen im originalen Verlauf angelegt. 2,8 Millionen Euro werden dafür eingeplant, sagte Maren Dieckmann, Cottbuser Kulturdezernentin. Park und Schloss seien ein Juwel und über die Landesgrenzen hinaus bekannt, betonte sie. Seit der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Stadt für das Ensemble verantwortlich. Seit 1952 stehe die Anlage unter Denkmalschutz.

Zu dem Etat der Stiftung steuert die Stadt 1,38 Millionen Euro bei. Vom Land kommen rund zwei Millionen Euro. Der Rest stammt aus Mitteln des Bundes und  weiteren Einnahmen. Bislang waren es pro Jahr insgesamt nur 2,2 Millionen Euro. Bis 2020 stehen außerdem deutsch-polnische Interreg-Mittel der Europäischen Union von insgesamt 2,8 Millionen Euro bereit.