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Lausitz
Sternstunde für Pücklers Erbe in Branitz

Im Türkischen Zimmer informiert sich Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, über Restaurierungsarbeiten. Restauratorin Andrea Strietzel, Kustodin Simone Neuhäuser und Stiftungsdirektor Gert Streidt (v.l.) geben Auskunft.
Im Türkischen Zimmer informiert sich Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, über Restaurierungsarbeiten. Restauratorin Andrea Strietzel, Kustodin Simone Neuhäuser und Stiftungsdirektor Gert Streidt (v.l.) geben Auskunft. FOTO: Angelika Brinkop / LR
Cottbus. Die Sparkasse Spree-Neiße und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördern eine neue Dauerausstellung über den umtriebigen Fürsten.

Im Schloss Branitz leuchten die Pücklerschen Sterne am Himmel des Musikzimmers. Mit Blick darauf spricht Gert Streidt, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, am Mittwoch von einer Sternstunde, als Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, und Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, eine Förderzusage für die neue und ab Mai 2019 zu sehende Dauerausstellung „Fürst Pückler. Ein Europäer im Schloss Branitz“ übergeben.

„Es ist nicht nur eine Sternstunde für die Kultur, die Stadt Cottbus und das Land Brandenburg. Mit der Weiterentwicklung der Präsentation des Pücklerschen Erbes vollendet sich der Masterplan Branitz“, freut sich Streidt. „Mit der neuen Pückler-Ausstellung wird die seit 2008 laufende Neukonzipierung der Präsentation des Branitzer Schlosses im nächsten Jahr abgeschlossen“, betont der Stiftungsdirektor.

Schon in den Jahren 2012 bis 2015 flossen großzügige Sparkassengelder, um Pücklers Lebenswelt in den Salons in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Aufbauend auf die historischen Wohn- und Gesellschaftsräume seiner Durchlaucht, die Besucher aus der ganzen Welt anziehen, soll in weiteren elf Räumen des Schlosses eine neue umfassende, multimediale Dauerausstellung entstehen. Das Konzept dazu entwickelten Cottbuser und Berliner Historiker.

Im Türkischen Zimmer sind bereits jetzt Restauratoren bei der Bestandsaufnahme über notwendige Arbeiten, beispielsweise an der reichen Wandmalerei auf Papier. Die drei Orienträume sollen restauriert werden. Weitere Räume, die einst vor allem der Dienerschaft oder Gästen zur Verfügung gestanden hatten, werden so hergerichtet, dass die neue Ausstellung Einzug halten kann. Ein neues Audioguide-System verbindet auf Deutsch, Englisch und Polnisch inhaltlich die ausgestatteten Wohnräume mit der neuen Präsentation.

„Wir wollen zeigen, was den Jahrhundertmenschen Hermann von Pückler-Muskau bewegt hat, wofür er gestanden hat, was er hinterlassen hat. Wir wollen den ganzen Pückler zeigen“, beschreibt Gert Streidt. „Der Fürst ist in die Welt gegangen, hat ihre Vielfalt und Bunt­heit erlebt, nach Cottbus mitgebracht und übersetzt in die Lausitz. Branitz ist auch ein Ort der Toleranz“, hebt der Stiftungsdirektor hervor. Das werde auch die Ausstellung deutlich machen, die auf eine umfassende Sammlung originaler Sach-, Bild- und Schriftzeugnisse gründet.

„Schloss Branitz war von 1845 bis zu seinem Tode 1871 der Alterssitz des Hermann von Pückler-Muskau“, erinnert Kustodin Simone Neuhäuser. „Er war seinerzeit eine der schillerndsten und bekanntesten Persönlichkeiten in Europa, ein bedeutender Landschaftsgartengestalter und Bestseller-Autor.“ Die Ausstellung erzähle nicht nur vom adligen Standesherrn, vom Reisenden, Visionär, Schriftsteller und Gartengestalter, sondern auch von Pücklers Leidenschaften und vom Verstorbenen, was hier nicht nur sein beliebtestes Schriftsteller-Pseudonym meint“, sagt sie. Der ganze soziale Kosmos des ersten Ehrenbürgers der Stadt Cottbus werde erfasst, bis hinein in die Wäschekammer.

Branitz baut damit nicht nur auf dem aktuellen Stand der Pücklerforschung auf, sondern präsentiert erstmalig auch seine Stellung als weltweit einziges Pückler-Museum.

„Das Schloss kann ab Mai 2019, wenn die Ausstellung eröffnet wird, wieder so erlebt werden, wie es der grüne Fürst einst geplant hatte: als Kristallisationspunkt seines Branitzer Gesamtkunstwerks aus Gartenkunst, Landschaftsgestaltung und Architektur“, dankt Gert Streidt für die Unterstützung.

„Fürst Pückler hat uns ein Erbe von europäischer, ja weltweiter Geltung hinterlassen“, begründet Friedrich-Wilhelm von Rauch die Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße. Zusammen mit Mitteln von Land und Bund kann nun die Umsetzung beginnen.

Schon jetzt ist versprochen: „Für fast alle Fragen der Besucher wird es im weltweit einzigen Pückler-Museum in Branitz Antwort geben“, so Kustodin Simone Neuhäuser. Gerade Weitgereiste interessieren sich in Branitz oft, ob er tatsächlich so ein Frauenheld war wie erzählt wird. Die meist gestellte Frage aber ist immer wieder: Hat der Genussmensch tatsächlich das Pückler-Eis erfunden?

Einen Rundgang durchs Branitzer Schloss finden Sie hier, und durch den Park hier.