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Start für Brandenburger Klosterland

Berlin/Cottbus. Mehr als 70 Klöster gab es im Mittelalter in der Mark Brandenburg. An vielen Orten finden sich noch heute Spuren der spirituellen Orte. Ein Netzwerk soll diese Klöster auf deutscher und polnischer Seite jetzt touristisch verknüpfen. Das Projekt Klosterland wird am Donnerstag in Berlin auf der weltgrößten Reisemesse ITB vorgestellt. Von Daniel Steiger

Über den Cottbuser Altmarkt schallt das Glockengeläut der nahen Klosterkirche, auch in Dahme oder Doberlug-Kirchhain gibt es Gotteshäuser mit diesem Namen, in Mühlberg an der Elbe hinterließen im Kloster Marienstern Zisterzienserinnen ihre heute noch deutlich sichtbaren Spuren. Auch in der Lausitz sind die Hinterlassenschaften des Wirkens von Mönchen und Nonnen auch Hunderte Jahre später noch unübersehbar. Von den über 70 Klöstern in der ehemaligen Mark Brandenburg, die auch Gebiete des heutigen Polen umfasst, sind heute nur noch eine Hand voll als solche aktiv. Viele andere ehemalige Klostergebäude werden als Kirchen oder Kulturstätten genutzt. Diesen touristischen Schatz zu heben und durch Vernetzung für Besucher erlebbar zu machen, hat sich das Projekt Klosterland auf die Fahnen geschrieben. Initiiert und gefördert durch den Ostdeutschen Sparkassenverband soll hier in Brandenburg und Teilen Polens eine neue Tourismusmarke entstehen.

Netzwerkmanagerin Lara Buschmann stellt das Klosterland am Donnerstag auf der ITB in Berlin vor: "Wir wollen ein grenzübergreifendes Kulturprojekt schaffen, das die Region touristisch besser verknüpft", erläutert die studierte Tourismusmanagerin. Ähnliche Projekte in Bayern oder Österreich liefen durchaus Erfolg versprechend. Bisher haben fünf deutsche und sieben polnische Klosterstandorte ihre Mitarbeit im Netzwerk zugesichert, unter anderen das Brandenburger Vorzeigekloster Neuzelle. Durch die Einbeziehung weiterer Klöster in Brandenburg und Westpolen soll langfristig ein großräumiges, grenzüberschreitendes Netzwerk geknüpft werden. Eine spätere Ausdehnung beispielsweise nach Sachsen sei nicht ausgeschlossen.

In den kommenden zwei Jahren sollen ein eigener Klosterführer und eine Klosterkarte entstehen. Lara Buschmann: "Zudem wollen wir das Klosterland mit den bereits etablierten Jakobswegen verknüpfen." So liegen beispielsweise einige Klosterstandorte auf dem Pilgerweg zwischen Stettin und Berlin. Die Internetseite Klosterland.de geht in dieser Woche online. Sie soll in Zukunft aktuell über das kulturelle Programm der Klöster informieren und viele Zusatzleistungen wie Infos zur Umgebung, zu weiteren Sehenswürdigkeiten der Region und zu Veranstaltungen in der Netzwerkregion bieten.

www.klosterland.de

Zum Thema:

Klosterstandorte in der RegionCottbus - Franziskaner (Kloster gegründet um 1300, betrieben bis 1537)Guben - Benediktinerinnen (ca. 1200 bis ca. 1560)Mühlberg - Zisterzienserinnen (1228 bis 1539)Doberlug - Zisterzienser (ca. 1170 bis 1541)Herzberg - Augustiner-Eremiten (1214 bis 1522)Luckau - Dominikaner (1291 bis 1546)Lübben - Wilhelmiter (1490 bis ca. 1540)