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#Time'sUp und #MeToo
Stars tragen bei Grammy-Verleihung weiße Rosen

Die Sängerin Miley Cyrus ist eine von mehreren Musikern, die bei der Grammy-Verleihung weiße Rosen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexuellem Missbrauch tragen.
Die Sängerin Miley Cyrus ist eine von mehreren Musikern, die bei der Grammy-Verleihung weiße Rosen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexuellem Missbrauch tragen. FOTO: afp
Dieses Mal ist es eine weiße Rose am Revers oder in der Hand: Mehrere Musiker tragen bei der diesjährigen Grammy-Verleihung die Blume als Symbol der Solidarität mit der #Time'sUp- und der #MeToo-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe.

"Wir kommen in Frieden, aber wir meinen es ernst", sagte US-Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe. US-Sängerinnen wie Lady Gaga, Kelly Clarkson, Miley Cyrus und andere trugen am Sonntag (Ortszeit) in New York weiße Rosen auf dem roten Teppich, um ihre Solidarität für die Bewegungen gegen sexuelles Fehlverhalten zu zeigen. Auch die Farbe Schwarz war, wie schon beim Film- und Fernsehpreis Golden Globes, häufig zu sehen. Bei der Musikgala poppten zwischendurch aber auch glänzende Momente auf.

Komponistin Diane Warren, die bereits 15 Mal für den Grammy nominiert war, trug ein schwarz-weißes Outfit und ihr ganz eigenes Statement: Handschuhe mit dem Aufdruck "Girl" und "Power" auf jeweils einer Hand. "Ich wollte keine Rose tragen. Ich bin ein Rebell", erklärte Warren ihre Kleiderwahl.

Lady Gaga mit weißen Rosen und Riesenschleppe

Andere Stars entschieden sich, die Rosen eher dezent am Revers oder am Handgelenk zu zeigen. Lady Gaga, die in einer schwarz-weißen Robe mit Riesenschleppe und Plateau-Schuhen kam, trug zwei kleine Röschen mit einem "Time's Up"-Pin an der Schulter. Der britische Sänger Sam Smith kam zwar nicht in schwarz, aber mit Rose. Diese war am Revers seines grasgrünen Sakkos angebracht.

Die Roseninitiative war am Mittwoch gestartet worden. Eine Gruppe Musikunternehmer verschickte eine E-Mail, in der Gäste aufgerufen wurden, bei der Veranstaltung eine weiße Rose zu tragen. Bereits bei wichtigen Preisverleihungen der Filmbranche hatten Stars auch optisch ihre Unterstützung für "MeToo" und die Initiative "Time's Up" bekundet.

"Time's Up" will Frauen unterstützen, die Beschwerden wegen sexuellen Fehlverhaltens erheben. Sie wurde von Hollywood-Prominenten wie Reese Witherspoon, Shonda Rhimes und America Ferrera gegründet.

Ende der Diskriminierung

US-Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe hat ein Ende der männlichen Vorherrschaft in den Musikindustrie gefordert. "Die Zeit der ungleichen Bezahlung, der Diskriminierung und Belästigung jeder Art und des Missbrauchs von Macht ist um", sagte Monáe auf der Bühne des Madison Square Garden. "Es passiert nicht nur in Hollywood, es passiert nicht nur in Washington. Es passiert auch genau hier in unserer Branche", sagte sie in Richtung "derjenigen, die es wagen, uns zum Schweigen zu bringen".

Auch Monáe trug zur Gala eine weiße Rose am Revers als Ausdruck der Solidarität mit der #Time'sUp-Bewegung. "Wir kommen in Frieden, aber wir meinen es ernst", sagte Monáe. Männer und Frauen müssten gemeinsam daran arbeiten, die noch immer von Männern dominierte Musikindustrie gerechter zu gestalten. Moderator James Corden bezeichnete #Time'sUp kurz darauf als "Bewegung, die unsere Aufmerksamkeit und unsere Unterstützung erfordert".

Frauen-Power

US-Sängerin Kelly Clarkson kombinierte die weiße Rose nicht nur mit schwarz, sondern einer Robe mit silber- und goldfarbenen Verzierungen. Dazu trug sie eine langstielige Rose in der Hand. Auch US-Sängerin Miley Cyrus entschied sich für diese Variante.

Die Grammy-Aktion hatte mit einem Aufruf der Gruppe "Voices in Entertainment" von 14 Frauen begonnen, die in führenden Positionen in der Musik- und Unterhaltungsindustrie in den USA arbeiten. Die weiße Rose stehe historisch für "Hoffnung, Frieden, Sympathie und Widerstand", schreiben die Gründerinnen.

Welpen für unterlegene Award-Nominierte

Am Vorabend waren bereits einige Auszeichnungen bekannt gegeben worden. Während der Gala, die im Madison Square Garden stattfindet, wird eine Auswahl der Preisträger von der Recording Academy öffentlich geehrt.

Aber auch Nominierte, die nicht gewannen, sollten nicht leer ausgehen, scherzte Moderator James Corden ("Carpool Karaoke"). Nach der Verleihung der Auszeichnung für das beste Comedy-Album wurde den Unterlegenen einen Hundewelpen in den Arm gedrückt.

(sbl)